Ich bin neu hier!

Werde Teil der FC Basel Community und registriere dich noch heute! Nimm an Wettbewerben teil messe dich im Tipp-Spiel gegen andere Fans und profitiere von exclusive Angebote des FC Basel und von seinen Sponsoren.

Account anlegen
14.03.2013 01:00 Uhr

Zenit beisst sich am FCB die Zähne aus

Autor: Caspar Marti, St. Petersburg Aktualisiert: 16.03.2013 13:54 Uhr

Sensationell – der FC Basel 1893 steht im Viertelfinal der UEFA Europa League! In einem hochdramatischen Spiel verloren die Basler gegen Zenit St. Petersburg zwar mit 0:1, profitierten aber von der guten Ausgangslage, die sie sich im Hinspiel mit dem 2:0-Sieg erarbeitet hatten. Zenit griff über 90 Minuten lang an, besonders in der zweiten Halbzeit, als die Russen in Überzahl spielen konnten. Marcelo Diaz war kurz vor dem Pausenpfiff mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Der FCB kämpfte aber bis zum Umfallen und nahm gegen Ende der Partie noch das Glück des Tüchtigen in Anspruch. Zuerst traf Vladimir Bystrov nur den Pfosten und dann hielt Yann Sommer einen fragwürdigen Foulelfmeter Roman Shirokovs. Damit geht der 14. März 2013 für den FCB in die Geschichtsbücher ein, nach 2006 erreicht er zum zweiten Mal in die Viertelfinals der Europa League.

Mit einer unglaublichen kämpferischen Leistung qualifizierte sich der FC Basel gegen den FC Zenit St. Petersburg für die Viertelfinals der Europa League. Zenit legte im gleichen Stil los wie der FCB vor Wochenfrist im St. Jakob-Park und setzte die Gäste von Beginn an unter Druck. Erschwerend kam für die Basler dazu, dass Valentin Stocker nach knapp einer Viertelstunde verletzt ausschied. Der Mittelfeldspieler bekam einen Ellbogen eines Gegners ins Gesicht und als Folge davon lockerte sich bei ihm ein Zahn. Murat Yakin musste also schon früh auswechseln und dem Spiel des FCB tat dies nicht gut. Zenit griff unaufhörlich an und suchte, angetrieben von rund 19‘000 Zuschauern, das frühe Führungstor. Das gelang den Russen dann auch nach einem Eckball: Hulk trat den Ball in die Mitte, wo Nicolas Lombaerts verlängerte und Axel Witsel den Ball mit dem Kopf im Tor versenkte (30.).



Noch schwerer wurde die Situation für den FCB kurz vor der Pause, wo zum Rückstand noch eine numerische Unterzahl dazu kam. Marcelo Diaz holte sich kurz vor dem Pausenpfiff seine zweite gelbe Karte ab. Yakin schilderte seine Sicht auf die ersten 45 Minuten folgendermassen: „In der ersten Halbzeit ist so ziemlich alles schiefgelaufen, was schief laufen kann: Zuerst die Verletzung Stockers, dann das Gegentor und schliesslich noch der Platzverweis für Marcelo Diaz.“



Das Glück des Tüchtigen



Kurz nach Wiederanpfiff besassen die Gäste dann ihre beste Chance. Mohamed Elneny, lanciert von Mohamed Salah, ging zuerst an Torwart Yuri Zhevnov vorbei, nahm den Ball aber gleich mit über die Torauslinie. Danach spielte wieder Zenit – und wie! Die Russen liessen dem FCB kaum Zeit zum Atmen und griffen im Minutentakt an. Aber die Basler kämpften, alle gaben alles für alle und erkämpften sich damit das Glück der Tüchtigen, das die Gäste gegen Ende der Partie auch in Anspruch nehmen mussten. Zuerst verschoss Danny aus sehr günstiger Position (76.), dann traf der eingewechselte Bystrov nur den Pfosten (83.) und als Höhepunkt hielt Yann Sommer kurz vor Schluss noch einen fragwürdigen Foulpenalty von Roman Shirokov (86.). Sommer, der mit seinem gehaltenen Elfmeter gegen Molde zu Beginn der internationalen Kampagne, überhaupt dafür sorgte, dass das Europacup-Abenteuer des FCB nicht schon früh ein Ende fand.



Aber nicht nur Sommer gebührt ein grosses Lob für diese Leistung. Auch Schär, der einmal mit einem Flugkopfball im eigenen Strafraum rettete, Cabral, der einige Angriffe der Russen bereits im Keim erstickte und Dragovic, der immer zur Stelle war, wenn er gebraucht wurde und überhaupt die ganze Mannschaft überzeugte an diesem Abend in kämpferischer Hinsicht auf der ganzen Linie.



Und mit dieser kämpferischen Leistung erreichte der FCB die Viertelfinals des Europacups, dort wo er das erste und bisher letzte Mal vor sieben Jahren gestanden war. Alleine diese Tatsache zeigt schon auf, was für eine grossartige Leistung Murat Yakins Mannschaft an diesem eiskalten Abend im Petrowski vollbracht hat. Und wenn man Gegner wie Sporting Lissabon, Dnipro Dnipropetrowsk und Zenit St. Petersburg ausgeschaltet hat, dürfte nun viel möglich sein. Was aber sicher nicht ins Reich der Spekulationen gehört ist folgendes: Der FCB wird im April zwei Viertelfinal-Begegnungen in der UEFA Europa League bestreiten, was bereits immens grossen Respekt verdient. Gegen wen diese Partien gespielt werden, entscheidet sich diesen Freitag, 15. März 2013 in der Auslosung in Nyon. Für Murat Yakin war es „die schönste Niederlage als Trainer.“ Und eine, mit der jeder FCB-Fan auch gut leben können dürfte.



Das Telegramm:



FC Zenit St. Petersburg – FC Basel 1893 1:0 (1:0)

Petrowski. – 19‘500 Zuschauer. – SR Pawel Gil (Polen).

Tore: 30. Witsel 1:0 (Lombaerts).



FC Zenit: Zhevnov; Anyukov, Bruno Alves (73. Bystrov), Lombaerts, Hubocan; Witsel (91. Bukharov), Denisov, Shirokov; Hulk, Kerzhakov, Danny (84. Fayzulin).



FC Basel: Sommer; Philipp Degen (91. Steinhöfer), Schär, Dragovic, Park; Cabral, Elneny; Salah, Diaz, Stocker (18. Fabian Frei); Streller (65. Sauro).



Bemerkungen: Zenit ohne Criscito, Malafeev (beide verletzt) und Neto (gesperrt). Basel ohne Bobadilla, David Degen, Jevtic (alle verletzt) und Serey Die (gesperrt). Ersatzbank Basel: Alex Frei, Fabian Frei, Sauro, Steinhöfer, Vailati, Yapi und Zoua. Restliche Spieler ohne Aufgebot. – Gelb-Rot: 45. Diaz (Foul) . – Verwarnungen:  41. Diaz (Foul). 56. Degen (Foul). Denisov (Foul). 78. Fabian Frei (Foul). Shirokov (Foul). – 83. Pfostenschuss Bystrov. 85. Park (Foul). – 86. Yann Sommer hält Foulpenalty von Shirokov.





In der ersten Halbzeit erzielte Zenits Witsel per Kopf das 1:0 für die Russen.





Valentin Stocker konnte nicht lange mittun, ehe er mit einer aufgesprungenen Lippe raus musste.





Doch am Ende waren es die Basler, die trotz der 0:1-Niederlage den Viertelfinal-Einzug feierten!





Die mitgereisten FCB-Fans wussten, bei wem sie sich bedanken konnten: Yann Sommer.



Weitere Fotos aus St. Petersburg: Hier klicken

(Fotos: Andy Müller, Feshfocus)