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17.08.2013 01:00 Uhr

Der FCB muss gegen OB eine Extraschicht schieben

Autor: Caspar Marti Aktualisiert: 18.08.2013 13:01 Uhr

Nach 90 unterhaltsamen und spannenden Minuten auf der Schützenmatte stand es zwischen dem BSC Old Boys und dem FC Basel 1893 immer noch 0:0. OB hatte eine kämpferische Leistung an den Tag gelegt, war zeitenweise besser und musste nach gut einer Stunde und dem Platzverweis von Diren Akdemir in Unterzahl spielen.  Auch wenn der FCB in der letzten halben Stunde sehr dominant auftrat war die Verlängerung keineswegs unverdient. Das entscheidende Tor fiel dann kurz nach dem Wiederanpfiff; nach einem Eckball Matías Delgados stieg in der Mitte Ivan Ivanov am höchsten und ersparte seinem Team, mit seinem ersten Tor, ein Elfmeterschiessen. Den Old Boys gebührt für ihre grossartige Leistung aber ein dickes Lob, der Underdog sorgte dafür, dass aus dem Basler Fussball-Derby eine mitreissende Partie wurde, die an Spannung nichts zu wünschen übrig liess.

Das einzige und damit entscheidende Tor des Abends fiel erst in der Verlängerung, nach gut 94 Minuten: Matías Emilio Delgado brachte einen Eckball in die Mitte und Ivan Ivanov traf per Kopf zur FCB-Führung. FCB-Präsident Bernhard Heusler fasste nach dem Spiel zusammen: „Ein stehender Ball von Delgado hat den Unterschied gemacht.“ Zu reden gab aber vielmehr, was während der restlichen Spielzeit geschah: Die Old Boys begannen stark, liessen dem FCB kaum Raum und kamen selber zu den besten Chancen in der Anfangsphase: Gleich zweimal trafen sie bei ihren Abschlüssen das Aluminium. Ex-FCB-Spieler Florian Müller hatte besonders Pech, sein Schuss prallte von der Lattenunterkante nur knapp vor der Linie auf den Boden. Und auch gleich nach der Führung des FCB in der 95. Minute kamen die Old Boys noch zu einem Schuss ans Torgehäuse, fairerweise muss man aber sagen, dass auch der FCB zweimal nur die Querlatte traf. Es hätten also auch schon vor der Verlängerung Tore fallen können.



Das Unentschieden nach 90 Minuten war aber ein faires Resultat, selbst als OB nach gut einer Stunde in Unterzahl agieren musste, liessen sie nicht viele Möglichkeiten vor dem eigenen Tor zu. OB-Trainer Roger Hegi war zu Recht zufrieden mit dem Gebotenen seiner Mannschaft: „Am Schluss waren wir zwar stehend K.O., aber mein Team hat eine tolle Leistung geboten, ich bin sehr stolz.“



120 Minuten waren nicht eingeplant



Marco Walker, der für den in Bulgarien weilenden Cheftrainer Murat Yakin einsprang, hatte bestimmt nicht unrecht, als er sagte: „Uns fehlte definitiv die Kaltschnäuzigkeit im Strafraum. Klar hatte OB Chancen, aber wenn wir und sie alle Chancen nutzen steht es am Schluss 6:4. Wir hatten  insgesamt mehr Möglichkeiten, aber OB hat ein sehr gutes Spiel abgeliefert.“  OB machte wirklich sehr geschickt die Räume eng und lauerte auf schnelle Gegenangriffe. Der FCB benötigte sehr viel Geduld an diesem Sommerabend auf der Schützenmatte „zu viel“ für Marco Walker. „Am meisten stört mich, dass wir vor so einem wichtigen Spiel am Mittwoch in Sofia über 120 Minuten gehen mussten. Das war so natürlich nicht eingeplant. Zwar wurden einige Spieler geschont, aber unsere U21 spielt in derselben Liga wie OB, also durften wir ihnen ruhig zutrauen hier mitzuhalten, was einigen auch gelungen ist.“ Am meisten fiel von ihnen Darko Jevtic auf, der immer wieder gefährliche Pässe spielen konnte, gegen Ende des Spiels aber leider verletzt ausschied.



Positives gibt es aber auch mitzunehmen aus dem Match: Der FCB steht in den 1/16-Finals des Schweizer Cups und das letzte Basler Fussballderby bot Einiges: Es war über die gesamte Spiellänge ein mitreissendes, spannendes Spiel. Für Walker stand aber etwas anderes im Vordergrund als die Aufarbeitung der vergangenen 120 Minuten: „Wichtig ist jetzt, das wir alle gut regenerieren können im Hinblick auf das Champions-League-Play-off-Hinspiel gegen Ludogorets Razgrad in Sofia.“ Und das ist ja auch das Schöne am Fussball, sollte dem FCB dort ein gutes Resultat gelingen, wäre das nicht ganz so gute Spiel gegen OB wohl schnell wieder vergessen auf Seiten des FCB. Die Old Boys können sich aber noch länger über ein sehr starkes Spiel gegen den FCB freuen, in dem sie die Rotblauen von allem Anfang bis zum Schluss gefordert hatten, auch wenn sie schlussendlich als Verlierer vom Platz gingen.

 


Das Telegramm:



BSC Old Boys – FC Basel 1893 0:1 n.V. (0:0)

Stadion Schützenmatte. – 4‘384 Zuschauer. – SR Luca Gut.

Tore: 95. Ivanov 0:1 (Delgado).



OB: Oberle; Leuthard (106. Tobias Ritter), Akdemir, Wurtzel, Dominik Ritter; Mäder, Akbulut; Felipe (65. Saarelma), Jakovljevic, Müller; Rietmann (81. Bartlomé).



FCB: Vailati; Philipp Degen, Sauro, Ivanov, Voser; Frei; David Degen, Delgado, Jevtic (91. Aliji), Adili (58. Stocker); Andrist (74. Seferagic).



Bemerkungen:  OB ohne Golos (gesperrt). Basel ohne Ritter, Serey Die, Streller (alle verletzt), Xhaka (krank) und Schär (gesperrt). Ersatzbank Basel: Ajeti, Aliji, Diaz, Salvi, Seferagic und Stocker. Restliche Spieler ohne Aufgebot. – Gelb-Rot: 62. Akdemir (Foul). Verwarnungen: 34. Akdemir (Foul). 83. Philipp Degen (Foul). 84. Sauro (Foul). 89. Müller (Foul). – 21. Schuss von Müller an die Lattenunterkante. 28. Pfostenschuss Jakovljevic. 40. Kopfball von Frei an die Latte. 88. Oberle lenkt Schuss von Seferagic an die Latte. 95. Pfostenschuss Ritter.





Markus Hoffmann und Marco Walker ersetzten Murat Yakin, der in Bulgarien weilte.


 




Darko Jevtic und Endogan Adili durften gegen OB von Anfang an spielen.





David Degen scheitert bei Abschluss am starken Steven Oberle im Tor von OB.



(Fotos: Sacha Grossenbacher und Uwe Zinke)