30.06.2010 | FC Basel 1893
FCB und Basler Behörden: Vereint gegen Gewalt rund um Fussballspiele

Der Kanton Basel-Stadt und der FC Basel 1893 haben eine Vereinbarung über die Sicherheit rund um Fussballspiele abgeschlossen, hinter die sich alle Partner überzeugt stellen. Der Kanton Basel-Landschaft, der ebenfalls einen Beitrag leistet, hat die Vereinbarung mitzunterzeichnet. Sie umschreibt die gemeinsamen Anstrengungen, um die Gewalt im und um das Stadion St. Jakob-Park einzudämmen. Sie regelt zudem die Beteiligung des FC Basel an den Sicherheitskosten der öffentlichen Hand.

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In der Vereinbarung, die der Basler Regierungsrat Hanspeter Gass, die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro und FCB-Vizepräsident Bernhard Heusler am Mittwoch den Medien vorgestellt haben, unterstreichen die Partner, dass sie eng und partnerschaftlich bei der Sicherheit rund um Fussballspiele zusammenarbeiten. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, durch Fortführung der offenen Kooperation und gemeinsam getragenen Massnahmen den Aufwand für den Standortkanton Basel-Stadt zu verkleinern und die heutigen hohen Sicherheitskosten sowohl für die öffentliche Hand als auch für den Klub wieder zu senken. Die Spiele sollen in einer friedlichen, von Respekt und Anstand geprägten Atmosphäre stattfinden, so dass sich die Matchbesucherinnen und -besucher im Stadion und auf den Reisewegen sicher fühlen. Störer und Gewalttäter sollen von den Spielen ferngehalten werden.

 

Die Vereinbarung ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen dem Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartementes des Kantons Basel-Stadt, Regierungsrat Hanspeter Gass, und dem Vizepräsidenten des FC Basel 1893, Bernhard Heusler, sowie Regierungsrätin Sabine Pegoraro für Baselland. Einbezogen in diese Verhandlungen waren die Basler und die Baselbieter Regierung; sie haben der Vereinbarung zugestimmt.

Inhaltlich orientiert sich die Vereinbarung an der Mustervorgabe der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD), welche aus Sicht der KKJPD bis zum 30. Juni 2010 in den Regionen umzusetzen ist. Die Basler Vereinbarung ist aber konsequent auf die hiesigen Verhältnisse zugeschnitten. Sie nennt unter anderem die Ziele, regelt die Verantwortlichkeiten sowie die Form und den Umfang der bereits heute in Basel etablierten Zusammenarbeit. Sie zeigt die Massnahmen in der Prävention, der Fanarbeit und der Fanbetreuung auf, die der FC Basel 1893 bereits ergriffen hat und die weiterhin als Zuständigkeit des Clubs anerkannt sind. Der Identifizierung und Sanktionierung von Personen, die gegen die Stadionordnung oder das Gesetz verstossen, räumt die Vereinbarung höchste Priorität ein.

Die Vereinbarung gibt den Rahmen vor für das Sicherheitskonzept, das der FC Basel 1893, die Stadionbetreiberin Basel United AG und die Behörden vor jeder Saison ausarbeiten. Verstärkt wollen die Partner darauf aufmerksam machen, dass der Gebrauch von pyrotechnischen Gegenständen im und um das Stadion nicht nur verboten, sondern auch sehr gefährlich ist. Daher wird deren Verwendung weiterhin repressiv sanktioniert. Die Vereinbarung sieht weiter vor, die Eingangssituation zu optimieren. Geeinigt haben sich die Beteiligten über den Verkauf von alkoholischen Getränken im Stadion: Künftig sollen dort nur noch Getränke mit weniger als 3 Volumenprozenten – also etwa Leichtbier – ausgeschenkt werden. In regelmässigen Audits überprüfen gemischte Teams, die sich aus Vertretern der Behörden, des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) und der Swiss Football League (SFL) zusammensetzen, ob der Klub und die Stadionbetreiberin die Vereinbarung einhalten und die Stadionordnung durchsetzen.

Ab der Saison 2010/2011 beteiligt sich der FC Basel 1893 neu mit pauschal 1.80 Franken pro anwesendem Zuschauer (heute 1.20 Franken plus Drittkosten) an den Kosten, die dem Kanton Basel-Stadt rund um die Fussballspiele entstehen. Darin inbegriffen sind die Kosten für die Verkehrsregelung, sämtliche Aufwendungen des Kantons Basel-Landschaft sowie die allenfalls durch die von den Behörden aufgebotenen Polizeikräfte anderer Kantone. Der Kanton Basel-Landschaft verzichtet künftig darauf, dem Klub die Verkehrsregelung zu verrechnen. Zudem stellt er neu dem Kanton Basel-Stadt bei jedem Spiel Personalressourcen aus dem Korps der Polizei Basel-Landschaft zur Verfügung – alles in allem entsprechen diese Leistungen einem Wert von rund 450'000 Franken. Als Abfederung der nicht gedeckten Kosten hat die Basler Regierung dem betroffenen Justiz- und Sicherheitsdepartement eine Budgeterhöhung von 500'000 Franken gewährt. Mit dieser Regelung anerkennen die Regierungen der beiden Kantone das bisherige – auch finanzielle – Engagement des FC Basel 1893, die Sicherheit vor, während und nach den Fussballspielen zu gewährleisten und zu erhöhen.

Die Vereinbarung tritt mit Beginn der Saison 2010/2011 in Kraft und ist auf die feste Dauer von zwei Jahren geschlossen. Sofern sie nicht fristgerecht gekündigt ist, verlängert sie sich um jeweils ein weiteres Jahr.

 

Die komplette Vereinbarung: Hier klicken
 

Das sagt FCB-Vizepräsident Dr. Bernhard Heusler zur Vereinbarung:
„Es ist sehr gut für die gesamte Region, dass sich Basel-Stadt, Baselland und der FCB auf eine Vereinbarung geeinigt haben, hinter der wir alle stehen können. Es ist wichtig, dass darin zum Ausdruck kommt, dass der Club für seine Fans verantwortlich ist, aber dass wir es im Fussball auch immer wieder mit gesamtgesellschaftlichen Problemstellungen zu tun haben. Wir sind auf dem richtigen Weg, diesen Problemen mit geeigneten Massnahmen zu begegnen und es ist schön, durch diese Vereinbarung auch das Vertrauen der Behörden zu spüren, die uns darin bestärken. Der FCB hat eine grosse Verantwortung, und die wollen wir wahrnehmen. Aber Club hat auch eine grosse Bedeutung für unsere Region, worauf wir stolz sind. Die Vereinbarung mit den Kantonen Basel-Stadt und Basellandschaft würdigt das grosse Engagement des FCB, zudem sind die Kosten für die FC Basel 1893 AG dank der neuen Einigung jetzt besser budgetier- und planbar. Deshalb war es wichtig, einen Pauschalbetrag festzulegen, den der FCB entrichten muss.“


Das sagt der Basler Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass zur Vereinbarung:
„Nach langen und intensiven Gesprächen sind wir mit dieser auf unsere lokalen Verhältnisse abgestimmten Vereinbarung zu einem Ergebnis gekommen, das sehr positiv ist. Das Ziel von uns allen ist es, die Sicherheit im Umfeld von Fussballspielen zu erhöhen und die dafür aufzuwendenden Kosten zu senken. Jetzt haben wir eine bessere Grundlage dafür geschaffen. Ich finde es auch eine tolle Leistung vom Kanton Basellandschaft, der die Situation richtig anerkannt hat – nämlich das es sich beim Thema Sicherheit im Umfeld des St. Jakob-Parks um ein gemeinsames, interkantonales Anliegen handelt.“


Das sagt die Baselbieter Sicherheitsdirektorin Dr. Sabine Pegoraro zur Vereinbarung:
„Der Kanton Basellandschaft ist immer unmittelbar betroffen, wenn es um Sicherheits- und Verkehrsfragen rund um den St. Jakob-Park geht: Das Stadion liegt an der Kantonsgrenze und mehr als 50 Prozent der Matchbesucher kommen aus dem Baselbiet. Deshalb war es für uns klar, dass wir über eine allfällige Anpassung des Kostenanfalls diskutieren können. Mit der nun getroffenen Vereinbarung wurden die Rahmenbedingungen dafür geschaffen und der Kanton Basellandschaft macht deutlich, dass er um die grosse Bedeutung des FCB für die ganze Region weiss.“