13.07.2010 | Remo Meister
Fink, Stocker und Frei eine Woche vor dem Saisonstart

Am Dienstag, 13. Juli 2010 präsentierte der FC Basel 1893 seine Mannschaft 2010/11 in den neuen Trikots. Am Medientag eine Woche vor dem Saisonstart gegen den FCZ standen die Spieler und Betreuer für ein ausgiebiges Fotoshooting und anschliessend für Interviews zur Verfügung. fcb.ch unterhielt sich mit Valentin Stocker und hörte bei Thorsten Fink sowie Alex Frei rein.

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Valentin Stocker, die Vorbereitungszeit neigt sich dem Ende zu – was ist dein Eindruck vom FCB-Team 2010/11?
Valentin Stocker: Das ist immer schwierig zu beurteilen vor der Saison, weil viel Unvorhergesehenes passieren kann. Wenn ich jetzt sage wir sind super und dann haben wir zu Saisonbeginn plötzlich Probleme, kommen alle darauf zurück. Trotzdem, mein Gefühl sagt mir: Wir haben eine sehr starke Mannschaft. Dank unserem hervorragenden Teamspirit glaube ich durchaus, dass wir im internationalen Geschäft für eine Überraschung gut sein könnten. Aber wie gesagt: alles mit einem gewissen Vorbehalt.

 

Ein paar Worte zu deinen neuen Teamkollegen?
Ganz wichtig wird sicher Gilles Yapi sein. Man hat in der vergangenen Saison bei YB gesehen, was er alles kann. Und vielleicht ist er sogar ein Faktor für unseren Meistertitel gewesen, weil er ja am Schluss bei den Bernern nicht mehr gespielt hat. Er ist technisch sehr stark, ein toller Fussballer. Doch auch die anderen machen ihre Sache gut. Ich freue mich etwa auf Fwayo Tembo, der sehr schnell und ein interessanter Spieler ist. Aber ich bin froh, dass Xherdan Shaqiri wieder da ist und auf dieser Position nicht gleich zum Saisonstar zu viel Druck auf Tembo lastet.


Ihr habt in der Vorbereitung – wie immer unter Trainer Thorsten Fink – viele Testspiele absolviert, meistens gegen weniger gut klassierte Teams. Welche Vorteile siehst du darin?
Also erstens sind wir Fussballer und spielen deshalb immer lieber einen Match, als eine Konditions- oder Kraftübungseinheit zu absolvieren – obwohl das natürlich auch dazu gehört. Der Trainer hat sicherlich bewusst Gegner ausgesucht, gegen die es nicht gleich verheerend ist, wenn wir mal einen Fehler machen. Wir sollen Dinge ausprobieren, unsere Laufwege einstudieren und dabei auch mal etwas falsch machen dürfen, ohne dass es Konsequenzen hat. Es geht darum, dass wir weiter an unseren Automatismen feilen, in meinem Fall etwa gilt dies für das Zusammenspiel mit Behrang Safari auf der linken Seite. Ausserdem trainiert man in Testpartien natürlich auch die Ausdauer, wenn man an seine Grenze geht.

 

Mittelfeldspieler Valentin Stocker (r.) im Gespräch mit fcb.ch-Webredaktor Remo Meister.


Die vergangene Saison war mit dem Meistertitel und Cupsieg sehr ereignisreich, nun steht bereits der Saisonstart gegen Zürich bevor. Wie bereitest du dich gedanklich darauf vor?
Es ist zwar so, dass die Erfolge der letzten Saison vorüber sind und wir nun vorausblicken müssen. Aber trotzdem freue ich mich sehr darauf, ein Jahr lang als Schweizer Meister und Cupsieger in der Super League zu spielen. Wir haben in der vergangenen Spielzeit gesehen, dass man nicht jedes Spiel gewinnen muss, um ganz oben zu stehen. Aber wenn es darauf ankommt, müssen wir richtig bereit da sein. Wir konzentrieren uns jedenfalls voll darauf, besser in die Saison zu starten als im Sommer 2009 (0:2-Niederlage in St. Gallen; Anm. von fcb.ch).

 

Weshalb glaubst du, wird der FCB auch in der kommenden Saison erfolgreich sein?
Weil in unserer Mannschaft jeder das Beste gibt, ohne dass es auf die Kosten eines anderen geht. Wenn ein Spieler mal eine Pause erhält und der nächste für ihn reinkommt, macht dieser seinen Job so gut wie möglich, aber versucht nicht verbissen, den anderen zu verdrängen. Das ist ein sehr gesunder Teamgeist, den wir da haben. Dazu kommt die Breite unseres Kaders, die es dem Trainer erlaubt, wenn nötig zu rotieren. Die Breite allein reicht aber nicht – es braucht auch noch die Qualität. Und ich finde, dass wir die haben. Das fängt schon bei den jungen Spielern an, die nachrücken und gleich wissen, worum es geht. Sie sind gut und lernwillig, das ist wichtig. Diese ganze Mischung stimmt mich sehr zuversichtlich.

 

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Auch Thorsten Fink und Alex Frei äusserten sich am Medientag zu verschiedenen Themen im Hinblick auf die kommende Saison:


Trainer Thorsten Fink über…


… die bald zu Ende gehende Vorbereitung: „Die vielen guten Testspielresultate verleihen uns zwar Zuversicht, aber die Ergebnisse an und für sich sind nicht so entscheidend. Für uns vom Trainerteam ist es schön zu sehen, dass die Mannschaft das umsetzt, was wir uns vorstellen. Man hat den Eindruck, es sei noch mehr Selbstvertrauen im Team vorhanden als vorher, es gibt ein paar Spieler, die nochmals einen Schritt vorwärts gemacht haben. Mittlerweile sind auch die Nationalspieler wieder bei uns. Sie werden mit ein paar Zusatzeinheiten schnell aufholen, viel haben sie in den dringend notwendigen zwei Wochen Ferien nicht verloren, die Basis ist da. Für unsere erste Partie am kommenden Dienstag kommen diese Spieler jedenfalls auch in Frage.“


… seine Wünsche im Bezug auf die Meisterschaft: „Ich hoffe, dass wir diesmal gleich von Beginn weg so konstant spielen können, wie wir das zuletzt in der Rückrunde getan haben. Dank unserer geschickt gewählten Neuzugänge bin ich überzeugt, dass uns das gelingen wird. Allgemein lässt sich sagen, dass wir natürlich die beiden Titel verteidigen und uns für die Champions-League-Gruppenphase qualifizieren wollen. Und wichtig ist mir vor allem, dass die Leute im Stadion immer sehen, dass meine Spieler alles geben.“


… das Transferfenster, das noch bis Ende August offen ist: „Ich hoffe und glaube eigentlich auch nicht, dass uns noch jemand verlässt. Die Spieler wissen, dass sie hier bei einem tollen Club unter Vertrag stehen und die Möglichkeit haben, sich diesen Sommer noch für die Champions League zu qualifizieren. Vor allem jungen Profis tut es meines Erachtens gut, wenn sie nicht gleich bei der erstbesten Gelegenheit ins Ausland wechseln, sondern sich zuerst einmal richtig etablieren.“

 

Trainer Thorsten Fink und FCB-Medienchef Josef Zindel geben am Medientag Auskunft.

 


Stürmer Alex Frei über…


… die Gründe, weshalb er bereits am vergangenen Samstag ins FCB-Training einstieg, obwohl er noch Ferien gehabt hätte: „Ich habe daran gedacht, wie sehr sich der FC Basel vor einem Jahr darum bemüht hat, mich hierher zurückzuholen. Und ich bin einer, der einem besonderen Verein auch gerne mal etwas zurückgibt. Zudem war ich in der vergangenen Saison lange verletzt und freue mich jetzt einfach enorm darüber, dass es wieder los geht. In der letzten Woche vor dem Saisonstart geht es nun darum, dass wir WM-Fahrer durch ein paar Zusatzeinheiten noch einen kleinen Rückstand aufholen – der Rest ist dann nur noch Feinschliff.“


… die bevorstehende Champions-League-Qualifikation: „Heute geht es nicht mehr, dass man sich im Vorbeigehen eben mal schnell für die Champions League qualifiziert. Ich hoffe aber sehr, dass uns dies gelingen wird, es würde mich sehr freuen, in meiner Karriere auch mal in der Königsklasse des europäischen Fussballs zu spielen. Wenn wir es schaffen sollten, können wir dann immer noch über mögliche Wunschgegner sprechen. Reizen würde es mich sicher, einmal in Spanien zu spielen und die Stadien dort kennenzulernen. Oder schön wäre auch, wieder mal nach Frankreich zurückzukehren. Aber wie gesagt, zuerst müssen wir uns voll auf die Qualifikation konzentrieren.“


… seine grössten Herausforderungen der kommenden Saison: „Die Mannschaft und ich haben eigentlich nur grosse Herausforderungen vor uns: Wir wollen das Double verteidigen, uns für die Champions League qualifizieren, den internationalen Wettbewerb und die Schweizer Meisterschaft gut unter einen Hut bringen – und wir älteren Spieler müssen schauen, dass wir den jüngeren helfen können, noch weitere Fortschritte zu machen. Wenn das keine Herausforderungen sind!“

 

Alex Frei (r.) war im Kreis der Journalisten wie immer ein gefragter Mann.

 

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Xherdan Shaqiri im neuen FCB-Trikot 2010/11:

 

 

Fotos: Sacha Grossenbacher