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29.08.2010 | NZZ
Der FCB geruhsam zum Erfolg
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Verunsicherte Neuenburger verlieren in Basel mit 1:4

Nach der Entlassung von Trainer Aeby geht Xamax unter. Aebys Nachfolger dürfte dessen Vorgänger Schürmann werden. Die Neuenburger verloren auswärts gegen den FC Basel in der 7. Runde der Super League klar mit 1:4. Alex Frei erzielte drei Tore.

Stephan Ramming

Nimmst du den Ball? Soll ich ihn nehmen? Wenn solche Dialoge auf einem Fussballplatz geführt werden, zumal zwei Meter vor dem Tor, ist es immer schon zu spät. Und so war es denn auch, als sich diese Szene des Zögerns und Zauderns zwischen dem Xamax-Verteidiger Besle und dem Neuenburger Goalie Ferro nach 26 Minuten im St.-Jakob-Park ereignete – Marco Streller nutzte die Unschlüssigkeit der beiden Xamax-Spieler aus und schob den Ball mit der Fussspitze ins Tor.

Diese Szene war sinnbildlich für ein Team aus Neuenburg, das sich desolat präsentierte. «Die Mannschaft und der ganze Klub sind in einem Zustand der Unsicherheit», sagte der Xamax-Sportchef Paolo Urfer nach dem Spiel. Wieder einmal hatte der Präsident Sylvio Bernasconi den Trainer entlassen, weil sein Team den Bauunternehmer mit den Heim-Niederlagen gegen den FC Zürich und zuletzt gegen Bellinzona enttäuscht hatte. «Ich habe es satt. Aber was hätte ich tun sollen? Ich kann Xamax nicht gegen die Wand fahren lassen», sagte der Präsident in der Lokalpresse nach dem Rauswurf von  Jean-Michel Aeby am Samstag. Aeby war in den fünf Jahren der sechste Trainer, seit Bernasconi Xamax 2005 übernommen hat. Bei jeder Entlassung lautete seine Begründung gleich.


Sicherheit und Stabilität finden

Der Xamax-Präsident war am Samstag nicht in Basel zugegen, weil er auf der Suche nach dem neuen Chef-Coach ist. Laut Urfer soll der neue Trainer am Montag mit der Arbeit beginnen. Es dürfte sich dabei um Pierre-André Schürmann handeln, den Vorgänger Aebys, der seit seiner Entlassung noch immer den Lohn von Bernasconi bezieht. «Schürmann kennt die Mannschaft und den Klub, er hat noch immer einen Vertrag», sagt Urfer. Nun gehe es darum, den Spielern wieder Sicherheit und Stabilität zu vermitteln, «das würde ich Schürmann zutrauen», sagte der Sportchef. Urfer gesteht immerhin zu, dass Xamax auch in der Führung Stabilität fehle. Aber: «Es ist der Präsident, der entscheidet.»

Der FC Basel verbrachte nach der Qualifikation für die Champions League am Dienstag vor 27 000 Zuschauern einen geruhsamen Nachmittag. «Ich kam nie ins Schwitzen», sagte der FCB-Trainer Thorsten Fink, er sei mit der Leistung seines Teams «sehr zufrieden», nachdem der FCB in den letzten drei Meisterschaftsspielen lediglich einen Punkt gewonnen hatte.
Frei in guter Verfassung

Nach der Führung von Streller, der seit seiner Verletzung im Mai das erste Meisterschaftsspiel absolvierte, war es Alex Frei, der mit drei Treffern seine Torausbeute in dieser Meisterschaft auf sieben Goals erhöhte. Zwei Treffer erzielte er auch in Tiraspol – der Captain der Nationalmannschaft scheint im Hinblick auf das EM-Qualifikationsspiel gegen England am Dienstag in einer Woche nach der schwierigen WM wieder in bester Verfassung zu sein. Vor allem der Treffer zum 3:0 war sehenswert: Frei traf aus fünfzehn Metern mit einem Volleyschuss via Innenpfosten, nachdem ihn Streller mit einer genauen Flanke bedient hatte.

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