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13.03.2010 | Interview: Remo Meister
Jacques Zoua: „Auch meine Mutter hat mir den Flickflack schon verboten“

Der 18-jährige Kameruner erzielte am vergangenen Mittwoch, 10. März 2010, erstmals ein Tor für den FC Basel 1893, seit er beim Club unter Vertrag steht. Und was für eines! Nach seinem Fallrückzieher im Testspiel gegen die Old Boys freute sich Jacques Zoua derart, dass er dem Publikum eine akrobatische Einlage präsentierte. Nicht sehr erfreut darüber war FCB-Trainer Thorsten Fink.
 

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Im vergangenen Sommer zog Jacques Zoua von seiner Heimat Kamerun nach Basel, wo er einen Vierjahresvertrag unterschrieb. Zu seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz für den FCB kam der talentierte Offensivspieler am 20. November 2009 im Cup-Achtelfinal gegen den FC Zürich (4:2), als er für Marco Streller eingewechselt wurde. In der Wintervorbereitung erlitt Zoua eine Verletzung, von der er sich erst in den letzten Wochen wieder erholte. Mittlerweile hat der 18-Jährige eine gute Form erreicht, findet auch sein Trainer Thorsten Fink: „Er kommt langsam in Fahrt. Und es ist schön zu sehen, dass man ihn sowohl im Sturm als auch auf den Aussenbahnen im Mittelfeld einsetzen kann.“

 

Jacques Zoua, wie haben Sie sich in Basel eingelebt seit Ihrer Ankunft im Sommer?

Jacques Zoua: Im Moment fühle ich mich eigentlich gut hier. Es ist nach wie vor nicht einfach, weil alles ganz anders ist und funktioniert als in Kamerun. Zudem war ich nun länger verletzt und musste mich wieder an meine Form herantasten. Mittlerweile habe ich wieder ein gutes Niveau erreicht und es läuft ganz gut. Ich mag Basel als Stadt sehr, es gefällt mir hier. Alle sind nett zu mir und unterstützen mich, die Mitspieler, die Betreuer und auch die anderen Leute im Club. Das hilft mir sehr, denn einfach ist es wirklich nicht, wenn man zuvor noch bei seinen Eltern in Afrika gelebt hat und sich dann plötzlich ganz alleine hier in der Schweiz durchschlagen muss. Ich bin ja mit meinen 18 Jahren noch sehr jung, und das merkt man eben in solchen Situationen.

 

Aber Sie sind nach wie vor überzeugt von Ihrem Weg, den Sie als Fussballprofi gehen wollen?

Auf jeden Fall. Ich möchte die Chance hier in Basel unbedingt nutzen, weil ich auch glaube, dass dieser Club einen viele Türen öffnen kann. Der FCB ist ein toller Verein und ich möchte mich hier durchsetzen. Ich bin jetzt wieder gesund, die medizinische Abteilung beim FC Basel hat tolle Arbeit geleistet und mich nach meiner Verletzung wieder zurückgeführt. Ich fühle mich gut und bin jetzt bereit.

 

Nun sind Sie zuletzt vor allem in den Testspielen immer wieder zum Einsatz gekommen. Und am vergangenen Mittwoch gelang Ihnen gegen OB ein Fallrückzieher-Tor. Wie haben Sie das erlebt?

Es war ein sehr schönes Tor und es hat mir viel bedeutet. Ich war wie gesagt lange verletzt und habe hart für meine Rückkehr gearbeitet. Dann habe ich in den Testspielen versucht, meine Form wieder aufzubauen, was ein längerer Prozess war. Das war nicht immer einfach, man muss sich auch sein Selbstvertrauen wieder aufbauen in solchen Spielen. Deshalb hat mir das Tor natürlich gut getan und ich habe mich entsprechend darüber gefreut.

 

Das kann man wohl sagen – nach dem Treffer haben Sie vor Freude einen Flickflack und einen Rückwärtssalto vorgeführt. Trainer Thorsten Fink soll Ihnen das nun aber wieder verboten haben.

Ja, das stimmt (lacht). Und er hat natürlich recht. Es ist nicht gut für meine Knie, und der Coach hat Angst, dass ich mich wieder verletzte. Er meint es gut mit mir und will mir helfen, das schätze ich sehr. Aber ich habe so lange versucht ein Tor zu schiessen, nun ist es mir endlich gelungen. Ich habe mich halt so sehr gefreut, dass ich nicht mehr viel überlegte und dann einfach diesen Flickflack und den Salto machte.

 

Aber in Zukunft werden Sie das bleiben lassen?

Ja, denn ich will alles für den Erfolg tun und mich weiterentwickeln. Thorsten Fink ist übrigens nicht der erste, der diesen akrobatischen Jubel nicht gerne sieht: Als ich 15 Jahre alt war und bei meinem Club in Kamerun spielte, habe ich den Flickflack auch gemacht. Als meine Mutter das sah, hat sie sich Sorgen gemacht und es mir hinterher verboten. Das habe ich mir zu Herzen genommen – aber jetzt gegen OB habe ich das vor lauter Freude leider wieder vergessen...

 

Sie kamen bisher im Sturm und auf den Aussenbahnen im Mittelfeld zum Einsatz. Welche Position bevorzugen Sie?

Grundsätzlich fühle ich mich als Stürmer schon etwas wohler. Allerdings habe ich nun auch im Mittelfeld gute Erfahrungen gemacht. Ich erhielt dort sehr oft den Ball, wurde stark ins Spiel miteinbezogen und konnte mich gut in Szene setzen.

 

Bis jetzt kamen Sie in den Pflichtspielen noch nicht sehr oft zum Einsatz. Trotzdem: Wie beurteilen Sie die Situation des FCB im Meisterschaftsrennen?

Ich finde wir sind in einer guten Situation. Wir haben eine sehr starke und erfahrene Mannschaft und können nach wie vor Meister werden und den Schweizer Cup gewinnen. Das ist auch mein Ziel. Und auch wenn ich nicht so oft spiele: Wenn wir gewinnen freue ich mich mit, wenn wir verlieren bin ich sehr enttäuscht.

 

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