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Mo. 21.04.2014 14:00
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Raiffeisen Super League
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4:2
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Pl.
Verein
Sp.
Pt.
01
FC Basel 1893
30
59
02
Grasshopper Club
30
55
03
BSC Young Boys
30
46
04
FC Luzern
30
45
05
FC Thun
30
42
06
FC Zürich
30
42
07
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30
41
08
FC Aarau
30
34
09
FC Sion
30
28
10
Lausanne-Sport
30
21
29.04.2012 | Remo Meister
Der 15. Meistertitel für den FCB – die Bilanz einer grandiosen Saison

Mit einem 3:1-Sieg über den FC Lausanne-Sport hat sich der FC Basel 1893 am Sonntag, 29. April 2012, so früh wie im bestehenden Modus noch keine Mannschaft vor ihm den Schweizer Meistertitel gesichert. Mit nunmehr 65 Punkten auf dem Konto kann die Mannschaft von Trainer Heiko Vogel unter Einberechnung aller sportlichen und juristischen Eventualitäten sowohl vom FC Luzern als auch vom FC Sion nicht mehr eingeholt werden und feiert damit den erstmaligen Titel-Hattrick seit Bestehen des Clubs. Und eines ist drei Runden vor dem Ende der Meisterschaft ebenfalls bereits unbestritten: 2011/2012 geht als eine der ganz besonders herausragenden Saisons in die FCB-Geschichtsbücher ein.

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Die meisten Mannschaften erleben im Verlauf einer ganzen Fussball-Meisterschaft verschiedene Höhen und Tiefen, das war auch beim FC Basel 1893 der Ausgabe 2011/2012 nicht anders. Allein – das Ungewöhnliche und schwer Beeindruckende an der noch laufenden Saison der Basler ist die Tatsache, wie extrem ungleichmässig diese beiden Pole diesmal verteilt sind. In den bisherigen 42 Partien dieser Spielzeit hat der FCB in der Schweizer Meisterschaft, im Cup und in der UEFA Champions League – man lasse es sich auf der Zunge zergehen – nur gerade viermal verloren. Eine Wahnsinns-Bilanz! Nur der FCZ (2:1) und Benfica Lissabon (2:0) im St. Jakob-Park sowie Luzern (3:1) und Bayern München (7:0) auswärts konnten den alten und neuen Schweizer Meister besiegen.

Zwei dieser Niederlagen fallen in die Zeit des missglückten Saisonstarts, als sich der FC Basel nach sechs Spielen und dem 1:3 in Luzern auf dem enttäuschenden siebten Tabellenrang wiederfand. Es war dies am 20. August 2011, als die FCB-Führungsspieler sich selber und ihren Teamkollegen eindringlich ins rotblaue Gewissen redeten und sich alle gemeinsam darauf einschworen, das Ruder herumzureissen und den Club wieder würdig zu vertreten. Diese „Sitzung“ wirkte sich dann so aus, dass der FC Basel seither während mehr als acht Monaten kein einziges nationales Pflichtspiel mehr verloren hat und damit sehr früh schon eine fantastische Basis für die Verteidigung des Meistertitels legen konnte. Bald schon eilte das Team von Trainer Heiko Vogel der Konkurrenz an der Tabellenspitze davon und zog je länger desto einsamer seine Kreise.

Der Trainerwechsel im Oktober 2011

Eingeleitet wurde diese Wende noch unter dem vorherigen Trainer Thorsten Fink, dessen Abgang zum Hamburger SV per 13. Oktober 2011 ebenfalls ein spezielles Charakteristikum dieser geschichtsträchtigen Saison ist. Die Clubführung reagierte umgehend und bot Finks damaligem Assistenten Heiko Vogel den Posten des Cheftrainers an – was sich als besonders weiser Entscheid herausstellen sollte: Der 36-jährige Pfälzer hat mit dem Vollerfolg gegen Lausanne im 28. Spiel als Trainer den 21. Sieg eingefahren, dazu kommen 5 Unentschieden und lediglich 2 Niederlagen – beide erlitt der FCB allerdings in der Champions League, auf nationaler Ebene (18 Liga- und 4 Cupspiele) ist Heiko Vogel bis heute ungeschlagen. In diese Saison der Superlative passt denn auch wunderbar, dass der FC Basel mit dem 3:1-Sieg gegen Lausanne-Sport den Rekord von 23 aufeinanderfolgenden Spielen ohne Niederlage aus der Saison 2003/2004 egalisiert hat.

So beeindruckend die Konstanz und Dominanz in der heimischen Super League auch war – die bis zur Meisterfeier emotionalsten Höhepunkte erlebten die Basler Anhänger wohl in der UEFA Champions League, in welcher der FCB nicht nur gelegentlich über sich hinauswuchs, sondern sich derart reif und selbstbewusst zeigte, dass er den Grossen Europas die Stirn bieten konnte. Aufgegleist wurde die Geschichte dieses Basler Fussballmärchens mit einem sensationellen 3:3-Unentschieden im Old Trafford bei Manchester United. Auf die einzige Niederlage in der Gruppenphase (0:2) gegen Benfica Lissabon folgte auswärts gegen die Portugiesen dank Benjamin Huggels Treffer das eminent wichtige 1:1. Danach gewann der FCB zum zweiten Mal gegen Otelul Galati, ehe er schliesslich am 7. Dezember 2011 den St. Jakob-Park und später die Basler Innenstadt in völlige Ekstase versetzte, als er Manchester United mit einem 2:1 in die Europa League schickte und sich selber erstmals für die K.O.-Phase der Königsklasse qualifizierte.

Grosses Augenreiben im „Joggeli“

Als hätte dieses Fussballwunder – und so kann man den Triumph über Manchester United durchaus bezeichnen – noch eine Steigerung verlangt, besiegte der FC Basel 1893 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League im Februar 2012 auch noch den FC Bayern München. In einem seiner ersten Einsätze nach seiner vollständigen Genesung war es Valentin Stocker, der 20 Minuten nach seiner Einwechslung kurz vor Schluss das goldene 1:0 erzielte und nicht wenige Zuschauer im „Joggeli“ dazu brachte, sich einmal kräftig die Augen zu reiben. Dass es den Baslern dann drei Wochen später beim Rückspiel in München nicht mehr ganz so gut lief, soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden…

Was kann man noch sagen nach einer Saison, in der nach einem schwachen Start ein Highlight das nächste gejagt hat? Einzelne Spieler herauszuheben macht wenig Sinn, bestach doch der FCB in allererster Linie eben gerade durch seine enorme Geschlossenheit, durch das Einstehen jedes einzelnen Kaderspielers für das Kollektiv. Jeder Profi hat in einem der vielen Spiele in den drei verschiedenen Wettbewerben etwas zum riesigen Erfolg des FCB beigetragen. Dennoch gab es natürlich ein paar ganz entscheidende Säulen – statistisch am besten fassbar ist etwa das, was das geniale rotblaue Sturmduo in dieser Saison wieder einmal vom Stapel gelassen hat: Alex Frei und Marco Streller führen sowohl die Torschützenliste der Super League als auch die Assistliste überlegen an, bei den besten Vorbereitern der Liga werden sie auf den vier vordersten Plätzen zudem von Xherdan Shaqiri und Markus Steinhöfer „verstärkt“.

Heiko Vogel über Yann Sommer: „Weltklasse“

Zu Unrecht schon fast zur Selbstverständlichkeit wurden überdies im Verlauf dieser Meisterschaft die Leistungen von Yann Sommer. Der 23-jährige Torhüter trat im Sommer 2011 die schwierige Aufgabe an, in die grossen Fusstapfen des erfolgreichen und weitaus erfahreneren Franco Costanzo zu treten. Sommer löste sie zur grössten Befriedigung des Clubs und der Fans mit der Bestnote, immer wieder hielt er seine Mannschaft mit verblüffenden Reflexen im Spiel, er verlieh der FCB-Defensive auch auf höchsten Champions-League-Niveau eine bestechende Sicherheit. Nach dem 1:0-Heimsieg gegen Bayern München etwa wusste auch Trainer Heiko Vogel kein anderes Wort als „Weltklasse“, um Yann Sommers Leistung zu beschreiben.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen in diesem Zusammenhang die vielen auch im internationalen Vergleich ganz starken Auftritte des Innenverteidiger-Duos David Abraham/Aleksandar Dragovic. Hoch erfreulich für den FC Basel 1893 war zudem die weitere Entwicklung eigener Nachwuchsspieler – gerade der Transfer von Xherdan Shaqiri zum FC Bayern München ist ein unheimlich starkes Signal für einen Schweizer Fussballclub. Granit Xhaka avancierte in seiner zweiten Saison als Kaderspieler der ersten Mannschaft ebenfalls zu einem international umworbenen Profi, dabei konnte er im zentralen Mittelfeld sicherlich auch von der Klasse und Erfahrung eines Benjamin Huggels profitieren, der seine letzte Saison einer enorm verdienstvollen FCB-Karriere bestreitet. Auch Fabian Frei, ebenfalls erst 22-jährig und 2004 als junger Nachwuchsspieler zum FCB gestossen, präsentierte sich in dieser Saison insbesondere in den grossen Champions-League-Spielen von seiner stärksten Seite.

Und jetzt noch das i-Tüpfelchen?

Der 15. Meistertitel der Clubgeschichte ist also seit Sonntag, 29. April 2012, Realität – genauso wie der erste Titel-Hattrick. Und das Tüpfelchen auf dem i könnte in zweieinhalb Wochen noch folgen, wenn der FC Basel 1893 am 16. Mai 2012 im Stade de Suisse auch noch die Möglichkeit hat, im Final gegen den FC Luzern den Schweizer Cuptitel zu gewinnen. Es wäre nichts weniger als das dritte Meisterschaft/Cup-Double der vergangenen fünf Jahre.