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01.06.2012 | FC Basel 1893
FussBâle – Das FCB-Fan-Magazin (Nr. 36)

FussBâle, das FCB-Fan-Magazin, berichtet über den rotblauen Traditionsclub, seine aktuellen und ehemaligen Spieler und Funktionäre, spannende Themen und Hintergründe rund um den FC Basel 1893 und die vielfältige, rotblaue Fan-Kultur.

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In der aktuellen Ausgabe Nr. 36 blickt das Sportmuseum Schweiz weit zurück und berichtet in Wort und historischen Archivbildern über die Anfangszeit des Landhofes. Im mehrteiligen Pyro-Report kommt dieses Mal die Muttenzerkurve zum heiss diskutierten Thema zu Wort. Weiter erinnern wir uns mit einer Fotocollage an den 1:0-Heimsieg gegen die Bayern München. „Ich habe wieder Freude“ meint der FCB-Rückkehrer Philipp Degen und berichtet u.a. über seine Auslandsjahre bei Dortmund und Liverpool.

In der Fanclub-Serie stellt sich der FCB-Fanclub Basilisk vor und berichtet vom letzten FCB-Hock mit Alex Frei, Marco Streller, Barbara Bigler und dem ehemaligen FCB-Meisterspieler von 1953, Kurt Thalmann . Und zu guter Letzt sprachen wir mit dem Leiter Kinderfussball beim FCB, Moreno Krattiger, über die Nachwuchsarbeit und besuchten anlässlich der FussBâle-Nachwuchsaktion die Junioren der FCB-U10 und überreichten einen Batzen in die Mannschaftskasse.

FussBâle ist am Kiosk als Einzelheft oder bequem per Abonnement für 24 Franken für 4 Ausgaben erhältlich. Von jedem Abonnement unterstützt FussBâle die eigene Nachwuchsaktion mit 2 Franken.

FussBâle – von FCB-Fans, für FCB-Fans (www.fussbale.ch)

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Ausschnitt aus der aktuellen Ausgabe:

 

Der Landhof – nicht nur eine sporthistorische Kultstätte

Heutzutage herrscht im Landhof gleich hinter den Messehallen ein beschauliches Treiben. Eingerahmt von Genossenschaftshäusern, die Stehplatzrampen fast zugewachsen, die Matchuhr kaum mehr zu sehen, wirkt er fast wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Wenig lässt erahnen, dass der Landhof eine einmalige kultur- und sporthistorische Geschichte hat – nicht nur weil der FC Basel hier seine erste Heimat fand.

Landhof – Knast – Landammann

Der Landhof findet in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als «artiges Sommerhaus mit schönem Gut» zum ersten Mal Erwähnung in einer Chronik. Basel ist damals eine ruhige Kleinstadt mit rund 15 000 Einwohnern. Freizeit haben die wenigsten. «Sport» treibt eigentlich niemand. Ein paar Englandreisende können sich immerhin etwas unter dem Begriff «Sport» vorstellen. Für alle viel wichtiger als diese dubiose Freizeitbeschäftigung sind die politischen Umwälzungen in Frankreich im ausgehenden 18. Jahrhundert: Die Französische Revolution (1789) und die politischen Wirren, die darauf folgen. 1798 «exportieren» die Franzosen ihre Revolution via Basel und Liestal in unser Land. Mit der Helvetik (1798 – 1803) bekommt die Schweiz erstmals ein modernes Staatsgebilde. Der prominenteste Gegner des neuen Staates ist der konservative Stadtschreiber Andreas Merian-Iselin (1742-1811), dem damals der Landhof gehörte. 1798 tritt er von seinem Amt zurück, weil die Anhänger der Französischen Revolution und der demokratischen Reform in Basel die Überhand gewinnen. Wegen vermutlicher Treffen mit Konterrevolutionären und konspirativen Auslandskontakten wird er in einer Aprilnacht 1799 verhaftet. Rund ein Jahr muss er in der Zitadelle von Bitsch (Lothringen) einsitzen. Im März 1803 kehrt Merian zurück auf den Landhof und bereits einen Monat später wird er zum zweiten Bürgermeister gewählt. Aber den Gipfel seiner politischen Karriere hat der damalige Landhofbesitzer und Ex-Knasti damit noch nicht erklommen. Denn 1806 übernimmt er das damals höchste Amt der Schweiz und wird Landammann.

Bis in die 1890er-Jahre bleibt es nun ruhig um das eigentliche Herrschaftsgut Landhof. Aber als die Enkelinnen von Andreas Merian-Iselin 1892 den Landsitz verkaufen, beginnt eine der hektischsten und lebendigsten Phasen des Areals. Die neue – und später einzige – Besitzerin des Landhofs, Witwe Katharina Ehrler-Wittich, erweist sich dabei als Glücksfall für den FC Basel.

 

 

Fussball statt Rudern – der FC Basel als kleine Alternative

1884 wird der Basler Ruder-Club (BRC) gegründet und macht mit einem in Hamburg gekauften «Ungetüm» den Rhein unsicher. Zu Beginn der 1890er-Jahre hat der Verein weit über 100 Mitglieder – und einigen ist das Rudern zu wenig abwechslungsreich. Sie suchen im Fussball einen Ergänzungssport zur «etwas einseitigen Oberkörperarbeit des Rudersports». Federführend bei den Initianten ist Roland Geldner (1870-1905). Er ruft am 12. November 1893 in einem Inserat der National-Zeitung zur Gründung eines Fussballclubs auf. Drei Tage später gründen elf Fussballverrückte in der Schuhmachern-Zunft den «Football-Club Basel». Geldner wird erster Präsident und betätigt sich gleich als Clubmäzen: Er stellt dem Verein zwei Bälle und den Landhof als Spielplatz zur Verfügung. Dass der FC Basel auf dem Landhof spielen kann, ist vor allem der Besitzerin des Geländes, Katharina Ehrler-Wittich, zu verdanken. Ihr uneigennütziges Engagement honoriert der Verein schon bald mit der Ehrenmitgliedschaft bis zu ihrem Lebensende.

Bereits am Sonntag, 26. November 1893 findet auf dem Landhof ein erstes internes Fussballspiel statt, das zwei ad hoc gebildete Teams des jungen Vereins bestreiten. Aber der FC Basel ist vorerst nur kurze Zeit auf dem Landhof zu Hause. Denn eine andere florierende Sportart verdrängt ihn: Der Radsport, der sich in den 1890er-Jahren vor allem auf der Bahn grosser Popularität erfreut. Weil auf dem Landhof der «Vélodrome de Bâle» eröffnet wird, muss der FC Basel bereits im Sommer 1895 ein erstes Mal auf die Schützenmatte ausweichen. Zuvor, vom Dezember 1893 bis Mai 1895, finden auf dem Landhof elf Fussballspiele statt. Den höchsten Sieg feiert der FC Basel dabei gegen Mulhouse (5:0). Die höchste Niederlage (0:3) kassieren die Bebbi-Pioniere ausgerechnet gegen die Grasshopper aus Zürich, «die mehrere Engländer in ihren Reihen stehen» haben.

Der «Vélodrome de Bâle»

Die Eröffnung der Radrennbahn auf dem Landhof steht unter keinem guten Stern. Die «unter Kanonendonner» geplante Übergabe an den Basler Radfahrer-Verband am Abend des 10. August 1895 kann nicht stattfinden, weil «sich die Erstellung der elektrischen Beleuchtungsanlage unliebsam verzögert». Dies kann eigentlich nicht erstaunen. Denn die Nutzung von Strom als Energiequelle ist noch brandneu. Erst drei Monate zuvor ist in Basel für den Betrieb der elektrischen Strassenbahn das erste Kraftwerk eröffnet worden. Und die Eröffnungsrennen am folgenden Tag fallen fast ins Wasser. Es giesst die ganze Nacht wie aus Kübeln. Das Programm am Sonntagmorgen muss gekürzt werden. Immerhin ziert ein prominenter Name die Siegerlisten bei der Premiere im «Vélodrome de Bâle»: Hans Gamper, damals FCB-Spieler und später Gründer des FC Barcelona gewinnt ein 1600 Meter-Rennen – allerdings zu Fuss. Es «war mit 50 cm hohen Hindernissen vorgesehen, da jedoch der Regen die Bahn vollständig durchnässt hatte, waren Hindernisse genug vorhanden.»

Schon zwei Tage später erweist Bill Cody, besser bekannt als «Buffalo Bill», dem Landhof die Ehre. Er tourt mit einem riesigen Tross durch Europa und besichtigt die Bahn, weil er am Wochenende in einem Rennen über zweimal 25 Kilometer zu Pferd gegen Radfahrer antritt.

Doch die Blütezeit des «Vélodrome de Bâle» ist kurz. Bereits 1901 geht die «Basler Rennbahngesellschaft» pleite. Im November sind die Piste und die kleinen Seitentribünen verschwunden.

 

Das Teamfoto aus dem Jahre 1898.

 

Die Mitgliederkarte von Max Geldner, ausgestellt am Gründungstag.



Fortsetzung in der gedruckten Ausgabe von FussBâle - dem FCB-Fan-Magazin