Fabian Frei: „Es ist spannend und herausfordernd“

FC Basel 1893
Sonntag, 13.07.2014 // 11:55 Uhr

Vor zehn Jahren stiess Fabian Frei vom FC Winterthur in die Nachwuchsabteilung des FC Basel 1893. Seit 2007 gehört er – mit zweijährigem Unterbruch, während dem er nach St. Gallen ausgeliehen war – der ersten Mannschaft des FCB an. Und mittlerweile ist der 25-jährige Frauenfelder einer der Führungsspieler des Schweizer Meisters der vergangenen fünf Jahre. Im Interview mit fcb.ch unterhielt sich Frei über die WM, das neue Trainerteam, das Trainingslager und die bevorstehende Super-League-Saison.

 

Fabian Frei, wer wird Weltmeister?

 

Fabian Frei: Ich bin überzeugt, dass Deutschland gewinnen wird. Es würde mich auch nicht überraschen, wenn es eine klare Sache gäbe. Die Deutschen sind als Mannschaft einfach sehr stark. Wenn man hundert Leute fragt, wer der beste deutsche Spieler ist oder wer ein Spiel entscheiden kann, bekommt man wahrscheinlich etwa neun oder zehn verschiedene Antworten. Wenn man dasselbe mit Argentinien macht, gibt es immer nur eine Antwort: Messi. Die Ausgeglichenheit und die individuelle Klasse des ganzen Kaders sprechen aus meiner Sicht dafür, dass Deutschland Weltmeister wird.

 

 

Was hast du gedacht, als du den Halbfinal Deutschland–Brasilien gesehen hast?

 

Das 7:1 hatte man so natürlich nicht erwarten können. Aber weil mich die Brasilianer vorher während des Turniers schon nicht restlos überzeugt hatten, dachte ich schon, dass es ein deutliches Resultat geben könnte. Während des Spiels sind wir nach den ersten paar Toren auf den Balkon raus und haben uns gemeinsam mit den anderen Spielern gefragt, was da abgeht. Und als wir wieder ins Zimmer rein gingen, hatten wir bereits wieder ein Tor verpasst… Wer sich natürlich sehr über den Sieg der Deutschen gegen Brasilien gefreut hat, waren unsere Argentinier. Am nächsten Abend, als Argentinien dann in den Final nachzog, war es aufgrund der Geräusche aus dem Zimmer Delgado/Sauro vorbei mit der Nachtruhe… (lacht).

 

 

Welche Teams haben dich an der WM beeindruckt?

 

Die mittel- und nordamerikanischen Teams haben mich überrascht, die USA, Costa Rica und Mexiko kamen alle in die Achtelfinals und haben teilweise einen sehr guten Fussball gespielt. Von den Südamerikanern hat mich Kolumbien beeindruckt, das war für mich sogar eine der besten und konstantesten Mannschaften. Und natürlich habe ich mich sehr über das Weiterkommen und den tollen Achtelfinal-Auftritt der Schweiz gefreut. Schade, dass es knapp nicht für mehr gereicht hat.

 

 

Du selbst warst ja auf der Pikettliste des Nationalteams und hättest im Bedarfsfall nachnominiert werden können. Wie hast du diese Situation erlebt?

 

Das war zugegebenermassen nicht so einfach. Nach dieser langen und anstrengenden Saison möchte man natürlich auch gerne mal abschalten, anstatt sich ins Ungewisse hinaus bereit zu halten. Natürlich wäre ich sehr gerne nachgerückt, aber man kann und will ja nicht auf eine Verletzung eines anderen Spielers hoffen. Wenn man auf der Pikettliste steht, muss man sich nach einem Plan fit halten und man sollte vorerst für den Fall der Fälle nicht ins Ausland in die Ferien. Zuerst war ich deshalb in der Schweiz ein bisschen Golfen, und erst als die Schweizer Mannschaft nach Brasilien abflog, reiste ich noch für ein paar Tage nach Montreal in die Ferien – eine sehr schöne Stadt, wirklich empfehlenswert. Insgesamt muss ich sagen, dass es auf jeden Fall eine Ehre ist, zu den 30 besten Fussballern zu zählen und überhaupt auf dieser Pikettliste zu sein.

 

 

Es ist eine ehre, zu den besten 30 fussballern der schweiz zu gehören und überhaupt auf der wm-pikettliste zu sein.

Fabian frei

 

 

 

Hattest du Kontakt zu deinen ehemaligen und aktuellen FCB-Mitspielern im Schweizer Lager?

 

Ja, sehr oft. Valentin Stocker hatte am Anfang eine gute Zeit, dafür spielte Fabian Schär noch nicht. Danach wechselte es und für Vali war es eine schwierige Situation. Yann Sommers Rolle hingegen war ja von Beginn weg klar, er wusste was er zu erwarten hatte.

 

 

Sprechen wir übers Trainingslager – wie war es am Tegernsee?

 

Sehr schön, wie immer. Es ist eine wunderbare Gegend hier und wir können hervorragend arbeiten. Das Hotel ist toll, das Essen sehr gut und die Trainingsplätze einwandfrei. Die Leute hier im Hotel tun alles dafür, dass wir uns wohlfühlen – das schätzen wir sehr. Nur das Wetter könnte jeweils ein bisschen besser sein…

 

 

Fabian Frei im Training mit seinem neuen Chef, Paulo Sousa.

 

Wie ist es, unter dem neuen Trainerteam zu arbeiten?

 

Es macht Spass und ist herausfordernd und spannend. Die Trainings sind sehr intensiv und es wird viel gesprochen – und das auf Englisch. Da muss man immer schon am Morgen voll da sein, was durchaus gut für die Konzentration ist. Der Trainer beobachtet unglaublich viel und genau, dann greift er erklärend und korrigierend ein – alles sehr akribisch. Wir arbeiten auch mit technischer Unterstützung, wie zum Beispiel mit den GPS-Geräten, um die Daten jedes einzelnen Spielers aufzuzeichnen. Es gibt viele Eins-zu-eins-Gespräche mit dem Trainer, damit er jedem seine Ideen näher bringen kann. 

 

 

Hat er dich auch über allfällige Veränderungen deiner Rolle unterrichtet?

 

Also im Torhüterdress werde ich kaum auflaufen… (lacht). Nein, ich denke schon, dass ich durchaus am ehesten im Zentrum zuhause bin. Ob das dann jeweils ein bisschen offensiver oder defensiver sein wird, werden wir sehen. Ich konnte mich ja in der vergangenen Saison nicht über meine Einsatzzeit und Verantwortung beklagen – und ich freue mich natürlich darüber, wenn das so bleibt.

 

 

Fabian Frei: "Der Trainer arbeitet akribisch und führt viele Eins-zu-eins-Gespräche."

 

Der Spielerrat besteht nach den Abgängen nur noch aus dir und Marco Streller. Musst du jetzt noch mehr Verantwortung übernehmen?

 

Wer den Spielerrat ergänzen wird, besprechen wir noch mit dem Trainer, wenn die WM-Fahrer wieder zurück sind. In Sachen Verantwortung wird sich für mich nicht viel verändern, denke ich. Natürlich ist das Ganze nach dem Abgang von Valentin und Yann noch einmal auf etwas weniger Schultern verteilt. Aber es werden sicher noch andere in diese Rolle hineinwachsen. Ich selber bin gerne als Anlaufstelle da für die jungen Spieler, die vielleicht nicht gerade direkt auf Marco Streller zugehen sondern zuerst zu mir kommen.

 

 

Wie siehst du die Basler Mannschaft jetzt, wo das Trainingslager vorbei ist und die Saison bald beginnt?

 

Ich bin sehr gespannt, wie sich das Team unter der neuen Führung und mit den neuen Ideen noch entwickeln wird. Wir haben jetzt wieder eine sehr multikulturelle Mannschaft, das macht es spannend. Die Qualität im Team ist nach wie vor sehr hoch und ich bin überzeugt, dass wir wieder ganz vorne mitspielen werden. Ich hoffe, dass der Titel auch in dieser Saison über uns führen muss.

 

 

Was erwartest du vom Rest der Liga?

 

Schwierig zu sagen, aber wahrscheinlich werden die üblichen Verdächtigen mit uns um die vordersten Plätze kämpfen – GC, YB und der FCZ. Auch Luzern und St. Gallen können mit einem guten Lauf immer mal vorne auftauchen. Gespannt bin ich auf den FC Vaduz, von dem ich zehn oder elf Spielern entweder in St. Gallen oder beim FCB schon zusammengespielt habe.

 

 

Frei will weiterhin im zentralen Mittelfeld des FCB helfen, die Fäden zu ziehen.

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