Roland Paolucci – vom Spieler zum FNWS-Präsidenten

Roland Paolucci
Donnerstag, 30.10.2014 // 14:42 Uhr

Das Porträt über Roland Paolucci stellt die Fortsetzung einer Serie über ehemalige Spieler des FC Basel 1893 dar, die hier auf www.fcb.ch fortgesetzt wird. Im ersten Teil wurde Pascal Zuberbühler porträtiert (28. August 2014).

Zuerst war er selber Fussballspieler, später wurde er zum Trainer und zum Funktionär im Dienst des Fussballs. Heute wacht Roland Paolucci über sämtliche Amateurclubs unterer Ligen in der Region Nordwestschweiz.

 

«Christian Winiger vom FCZ, Ruedi Elsener von GC, René Quentin von Sion, das waren meine schwierigsten Gegenspieler. Aber der mit Abstand mühsamste Gegner war für mich Valer Nemeth, der Ungar von Servette Genf. Der hat immer mit den Ellbogen gearbeitet.» Roland Paolucci kommt in Fahrt und seine Augen leuchten, wenn er von früheren Aktivzeiten als Fussballspieler erzählt. Lange Jahre wirkte der heute 67-jährige beim FC Basel, er durchlief beim rotblauen Stadtclub von 1962 bis 1965 auch die Juniorenabteilungen. Ab der Saison 1966/67, welche als erste Double-Saison (Gewinn von Meistertitel und Schweizer Cup) in die FCB-Annalen einging, wurde der junge Mann von Trainer Helmut Benthaus sorgfältig ins Fanionteam des FCB eingegliedert: «Helmut Benthaus ist ein Monsieur – vor ihm habe ich allergrössten Respekt. Er hat all unsere Erfolge möglich gemacht.»

 

Mit dem FCB europäisch

 

Schon bald war Roland Paolucci als linker Verteidiger Stammspieler und hatte an einigen Grosserfolgen des Benthaus-Odermatt-Teams teil. Bei beiden Partien gegen das ruhmreiche Ajax Amsterdam mit Cruyff, Neeskens, Hulshoff, Krol, Suurbier und Mühren stand er auf dem Feld – sowohl beim 0:3 am 21. Oktober 1970 vor 34'000 Zuschauern in Amsterdam, als auch beim 1:2 am 4. November 1970 vor 30'745 Zuschauern im Joggeli, als Karli Odermatt einen Penalty versenkte. Im weiteren erinnert sich Paolucci an denkwürdige Spiele gegen Spartak Moskau, aber auch gegen Fram Reykjavik (mit Spielen in Olten und Basel – das Oltner Spiel galt als Heimspiel der Isländer, die damals nicht zuhause spielen konnten), Brügge und Celtic Glasgow, die er allerdings zum Teil von aussen her erlebt hat. Seinen allerersten internationalen Einsatz hatte der Nachwuchsspieler allerdings gegen Napoli im Alpencup. «Ich kam damals für Stocker aufs Feld und musste gleich gegen den berühmten Omar Sivori antreten.»

 

Im Alpencup gelang ihm gegen den italienischen Nationalgoalie Albertosi gar ein spektakuläres Hecht-Kopftor. Der kampfstarke Abwehrmann stand auch im Alpencup-Final 1970 FC Basel gegen Fiorentina, welcher 3:2 für Basel endete. Und auch im anderen Alpencup-Final FC Basel gegen Bologna 1969 figurierte er im Kader der siegreichen Basler. Zur Erinnerung: Der Alpencup, der heute leider nicht mehr existiert, wurde damals als eine Art kleiner Europacup im Sommer durchgeführt. Alle grossen italienischen Teams waren in den sechziger und siebziger Jahren in Basel zu Gast – beispielsweise Jugventus Turin mit Menichelli und Inter Mailand mit Jair. Später kamen dann auch französische Teams nach Basel, unter anderem Auxerre mit Guy Roux, der damals noch als Spieler auf dem Feld Akzente setzte.

 

Roland Paolucci und Bruno Rahmen bei einem Corso durch die Stadt.

Nene Cubillas und der FCB

 

Noch gut erinnern kann sich Paolucci, der mit der Peruanerin Jeannette verheiratet ist, an den ersten Auftritt des peruanischen Superstars Teofilo Cubillas beim FC Basel: «Wir nannten ihn von anfang an Nene, das bedeutet auf deutsch soviel wie Kind. Mein FCB-Teamkamerad Peter Ramseier konnte spanisch. Er und ich haben Nene während seiner Basler Zeit betreut.» Diejenigen Erzählungen, die von zwischenmenschlichen Problemen zwischen Cubillas und Odermatt berichteten, verweist Paolucci ins Reich der Sagen und Legenden: «Ich glaube, der Unterschied zwischen den beiden bestand vielmehr in der unterschiedlichen Spielauffassung. Karli war der Mann für die weiten Bälle und für die gerissenen Spielverlagerungen, währenddessen Nene das südamerikanisch geprägte Klein-Klein-Spiel durch die Mitte bevorzugte. Die beiden Fussballphilosophien liessen sich kaum miteinander vereinen.» Aber all dies ist heute passé, heute freuen sich Roland Paolucci und seine Frau einfach von ganzem Herzen, wenn sie «ihren» Nene Cubillas ab und zu an einem Länderspiel antreffen, wie beispielsweise letztes Jahr bei Schweiz-Peru in Luzern.

 

Roland Paolucci und Peter Ramseier mit dem Meisterpokal, rechts im Bild Präsident Harry Thommen.

Neue Aufgaben als Trainer und Funktionär

 

Nach seiner Zeit beim FCB, die von einem Intermezzo beim FC Winterthur unterbrochen wurde, stand Paolucci noch für eine Saison beim FC Nordstern unter Vertrag. Kunz, Wenger und Paolucci wechselten damals zu den Sternen auf den damals noch altehrwürdigen Rankhof – im Tausch mit Walti Geisser, der den umgekehrten Weg Richtung Joggeli ging. In der Folge wirkte Roland Paolucci während Jahren als Spielertrainer in der 2. Liga und auch bei den Junioren Inter A 1 vom FC Concordia Basel und vom FC Basel. Von 1996 bis 2005 wirkte er als Präsident des SV Muttenz. Er sorgte für Gönner und Sponsoren und konnte in diesem Bereich sein grosses Netzwerk aus seinem angestammten Job in der Speditionsbranche (Firma Ziegler Schweiz AG Basel) bestens zum Tragen bringen. Hans Jörg Ringgenberg fungierte damals als Präsident des Fussballverbands Nordwestschweiz (FNWS), Paolucci war sein Vizepräsident. Aber eines schönen Tages wollte Ringgenberg kürzer treten und fragte deshalb seinen Vize an, ob er sich vorstellen könnte, dieses Ehrenamt von ihm zu übernehmen. Paolucci sagte zu. Seither betreut er alle Clubs der Amateurliga – auch in disziplinarischen Fällen.

 

Der Fussballverband Nordwestschweiz ist nicht nur für den Meisterschaftsbetrieb zuständig, sondern auch für die Grosspeter Basler Cupfinal Tage – dieser Wettbewerb hat sich in den vergangenen Jahren dank TV-Live-Präsenz (in Zusammenarbeit mit Telebasel) einen guten Namen geschaffen.  Sorgen bereitet ihm einzig die zunehmende Gewaltbereitschaft auf der höheren Ebene im Schweizer Cup, die den Verband bei Cupspielen zu erhöhten Sicherheitsmassnahmen zwingt und auch den ihm unterstellten Clubs einiges Kopfzerbrechen bereitet.

 

Es muss nicht immer Real Madrid sein

 

Nach wie vor geht Roland Paolucci gerne an Fussballspiele, sei es nun ein Match in einer unteren Liga, ein Spiel der Super League oder der Challenge League oder eine «Night To Remember» in der Champions League. Und wenn schon von der Sternen-Liga die Rede ist, wen würde sich Roland Paolucci als zukünftigen Traum-Gegner für den FCB wünschen? «Nun, ich bevorzuge grundsätzlich die südländischen Mannschaften. Inter Mailand fände ich toll, oder den FC Porto – oder dann wieder eine zugkräftige Mannschaft aus Spanien. Wobei es nicht jedes Mal Real Madrid sein muss.»

 

Steckbrief

 

Name: Paolucci

Vorname: Roland

Geburtstag: 22. September 1947

Beruf: Spediteur (Transportlogistiker), seit 2007 Key Accountmanager bei der Firma Ziegler Schweiz AG Basel und Mitglied der Geschäftsleitung

Position: Linker Verteidiger

 

Karierre:

1962-1965: FC Basel (Junioren)

1966/67-1971/72: FC Basel

1972/73: FC Winterthur

1973/74-1975/76: FC Basel

1976/77: FC Nordstern Basel

ab 1977: Spielertrainer bei FC Zwingen, FC Laufenburg, SV Muttenz und FC Reinach

ab 1985: Trainer Junioren Inter A 1 FC Concordia Basel und FC Basel

ab 1993: Trainer FC Internazionale Basel und FC Laufenburg

 

Erfolge: Drei Meistertitel, ein Cupsieg und zwei Finalsiege im Alpencup mit dem FC Basel. Europacupspiele mit dem FCB gegen Ajax Amsterdam (zweimal) und Fram Reykjavik.

 

Heute ist Roland Paolucci Präsident des Fussballverband Nordwestschweiz.

(Fotos: Hans-Jürgen Siegert)

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