Giménez: «Ich durfte in einem Super-Team spielen»

Christian Giménez
Montag, 29.12.2014 // 16:27 Uhr

Das Porträt über Christian Giménez stellt die Fortsetzung einer Serie über ehemalige Spieler des FC Basel 1893 dar, die hier auf www.fcb.ch fortgesetzt wird. Bisher wurden Pascal Zuberbühler (28. August 2014) und Roland Paolucci (3. Oktober 2014) porträtiert.

Im Tessin ist er gross geworden, beim FC Basel 1893 hat er später seine besten Zeiten erlebt. Mit den Rotblauen wurde Christian Giménez (Spitzname: «Jimmygol») mehrfach Schweizer Meister, Cupsieger und Torschützenkönig. Auch in der UEFA Champions League war der Argentinier mit dem italienischen Pass für den FCB höchst erfolgreich. Später realisierte er grosse Transfers im Ausland. Heute wirkt er als Spielerberater. Doch Basel ist und bleibt seine grösste Liebe.

 

«Ich wohne in Argentinien, in Buenos Aires. Wir wohnen in einem Privatquartier, etwa 13 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Mit meiner Frau Natalia habe ich drei Kinder: Joaquin, er ist 13 und in Basel zur Welt gekommen, Constantino, achtjährig und Benicio (4). Wir sind vier Buben zuhause, mich eingeschlossen. Du siehst also, meine Frau hat viel zu tun.»

 

Christian «Jimmy» Giménez schmunzelt, wenn er diese Sätze sagt. Schon beim FC Basel war er immer der Sunnyboy, seit er vom FC Lugano für den stolzen Betrag von 1,8 Millionen US-Dollar zum FCB gewechselt hatte. Er war «Mister 100 Prozent» vor dem gegnerischen Kasten. Er war Torschützenkönig wie einst Numa Monnard, Seppe Hügi und Ottmar Hitzfeld und erzielte summa summarum für den FC Basel in 166 Matches weit über 100 Tore. Seine FCB-Teamkameraden Zuberbühler, Murat und Hakan Yakin, Atouba, Cantaluppi, Ergic, Chipperfield & Co. konnten sich auf seinen Torinstinkt verlassen. Mit Christian Giménez und seinem kongenialen Sturmpartner Julio Hernan Rossi avancierte der FCB zu einem veritablen Spitzenclub. Und «Jimmygol» selber sagt: «Wir haben in vier Jahren fünf Titel geholt. Es war eine Supermannschaft, ich möchte betonen, dass wir das alles zusammen erreicht haben.»

 

Der zweifache FCB-Torschützenkönig hat insgesamt über 100 Tore für die rotblauen Farben erzielt.

In all den Jahren im rotblauen Dress hat der Mann mit der Rückennummer 13 sich immer durch seine Entschlossenheit und durch seinen Siegeswillen ausgezeichnet. Gewiss, er war keiner, der à la Messi drei oder vier Spieler ausdribbelt und dann einschiesst. Er war eher derjenige, der sich im Strafraum zielstrebig auf das runde Leder stürzt und den Ball mit grossem Antizipationsvermögen blitzschnell im Tor versenkt. Jimmy Giménez konnte spektakuläre Treffer erzielen. In bester Erinnerung ist beispielsweise seine Direktabnahme zum 2:1 gegen den italienischen Nationaltorhüter Gianluigi Buffon im Champions-League- Match gegen Juventus Turin. Solche Treffer gelingen nicht jedem. Welche Qualitäten muss denn ein Topskorer mitbringen? Jimmy Giménez überlegt: «Er muss über eine grosse Schnelligkeit verfügen und clever sein auf engstem Raum. Im heutigen Fussball geht alles sehr schnell. Ein Stürmer muss den Ball halten können und er muss taktisch diszipliniert sein. Intuition ist wichtig – aber es gibt für einen Stürmer auch Dinge, die er durch tägliches Training lernen kann. Es geht darum, die richtige Bewegung im richtigen Moment zu machen.»

 

Drei grosse Transfers

 

Doch starke Stürmer sind andernorts – bei grossen Vereinen im Ausland – begehrt. So war es auch im Fall von Giménez. Sein Abgang beim FC Basel verlief denn auch nicht ohne Nebengeräusche. Immer wieder interessierten sich ausländische Topclubs für den torgefährlichen Offensivspieler. Zuerst standen Sunderland und der FC Parma auf der Matte. Später buhlten Al-Ain aus den Emiraten und Real Mallorca um ihn. Doch nachdem der FCB im August 2004 einen weiteren Takeover vom FC Sochaux noch mit letzter Kraft abwehren konnte, war dann im August 2005 im Fall von Olympique Marseille nichts mehr zu machen. Jimmy Giménez sagte dem FCB adieu. Er ging in den Süden, zu den Blauweissen von OM ins Stade Vélodrome. Die Basler Fangemeinde war wechselweise geschockt, traurig oder wütend über diesen Transfer in siebenstelliger Höhe. Wir müssen allerdings bedenken, dass in diesem Fall wohl jeder von uns ähnlich entschieden hätte.

 

Giménez konnte bei Marseille und später auch dank seinen weiteren Millionen-Transfers zu Hertha Berlin und zu Toluca gutes Geld verdienen, sehr gutes Geld. Diese lukrativen Clubwechsel ermöglichen ihm und seiner Familie heute ein sorgenfreies Leben. Sportlich lief es ihm im Ausland einmal besser, dann wieder weniger gut. Bei Marseille, einer Equipe mit Topstars wie Fabien Barthez, Taye Taïwo, Franck Ribéry, Samir Nasri und Mamadou Njang, brachte er es in der Saison 2005/06 in 33 Einsätzen auf lediglich zwei Tore. Später bei Hertha Berlin gelangen ihm in der Saison 2006/07 in 28 Partien immerhin 12 Bundesliga-Tore, gegen Clubs mit klingenden Namen wie Bayern München, Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, Wolfsburg, Schalke 04, Hamburger SV und Eintracht Frankfurt. Seine Teamkameraden damals hiessen Jerôme Boateng, Arne Friedrich, Kevin-Prince Boateng, Ashkan Dejagah und Marko Pantelic. Anschliessend hängte er noch Engagements in Mexiko (bei Toluca) und im Tessin (beim FC Locarno) an. Aber in Basel feierte er alles in allem sicher seine schönsten Erfolge.

 

Spielerberater im In- und Ausland

 

Unterdessen hat der einstige Stürmerstar seine Fussballschuhe an den berühmten Nagel gehängt. Seine derzeitige Beschäftigung hat aber nach wie vor viel mit Fussball spielen zu tun. Er hat eine eigene Firma namens «G & G 13 Sport» gegründet und berät Profispieler sowie junge Akteure bei ihren Karriereschritten. Allgemein bekannt ist, dass er an der erfolgreichen Rückholaktion von Matías Emilio Delgado beteiligt gewesen ist. Delgado hat seither für den FCB ja manch wichtiges Tor erzielt, wobei seine beiden Prachtstreffer im Geisterspiel gegen Valencia sicher hervorzuheben sind. Für Clubs im Schweizer Mittelland und im Tessin, aber auch in Argentinien berät Jimmy Giménez heute den einen oder anderen Spieler.

 

Bekannt für Goals aus allen Lagen: Jimmy Giménez

Mit seiner einwandfreien fussballerischen Einstellung, seiner «Grinta» (Entschlossenheit vor dem Tor) und seiner grossen Erfahrung aus über zehn Profijahren kann der Gaucho seinen Kunden sicher wertvolle Tipps vermitteln. Unterdessen ist der «Capocannoniere» (Torschützenkönig) wieder in sein Heimatland Argentinien abgereist. Eins ist klar: Er wird wieder in seine geliebte Stadt Basel, die ihm auch heute noch viel bedeutet, zurückkehren.

 

Steckbrief

 

Name: Giménez

 

Vorname: Christian

 

Spitzname: Jimmygol

 

Geburtstag: 13. November 1974

 

Beruf: Spielerberater

 

Position: Stürmer

 

Karriere:

 

Bis Dezember 1995: CA San Miguel Buenos Aires (Junioren)

 

Januar 1996 – Juni 1996: Boca Juniors

 

1996-1997: CA Nueva Chicago

 

1997 – Juli 2001: FC Lugano

 

August 2001 – August 2005: FC Basel

 

August 2005 – August 2006: Olympique Marseille

 

August 2006 – Juli 2007: Hertha Berlin

 

Juli 2007 – Juli 2008: Deportivo Toluca

 

Februar 2009 – Juli 2009: FC Locarno

 

Erfolge:

 

Schweizer Meister 2002, 2004 und 2005 mit dem FC Basel, Cupsieger 2002 und 2003 mit dem FC Basel, Torschützenkönig der Super League 2001 (mit dem FC Lugano), 2002 (mit dem FC Basel) und 2005 (mit dem FC Basel). 103 Tore für den FCB national, 13 Tore für den FCB international (davon neun in der Champions League, eins in der Europa League und drei im UI-Cup). Zahlreiche Champions-League-Spiele mit dem FC Basel, unter anderem gegen Celtic Glasgow, Liverpool, Valencia, Spartak Moskau, Manchester United, Juventus Turin und Deportivo La Coruna. UI-Cupfinalist mit dem FC Basel gegen Aston Villa – mit einem Goal im Final-Hinspiel. Cupfinalist mit Olympique Marseille (im Final nicht eingesetzt). UEFA-Cup mit Hertha Berlin (mit einem Tor gegen Odense).

 

Kraftvoll und energisch, wie ihn die FCB-Anhänger kannten und liebten: Christian «Jimmy» Giménez.

(Fotos: Hans-Jürgen Siegert)

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