Im Porträt: Ex-FCB-Spieler Maximilian Heidenreich

Maximilian Heidenreich
Freitag, 04.09.2015 // 08:59 Uhr

Das Porträt über Maximilian Heidenreich stellt die Fortsetzung einer Serie über ehemalige Spieler des FC Basel 1893 dar, die hier auf www.fcb.ch publiziert wird. Bisher wurden Pascal Zuberbühler (28. August 2014), Roland Paolucci (3. Oktober 2014), Christian Giménez (29. Dezember 2014), Martin Andermatt (12. Februar 2015), Nestor Subiat (18. März 2015), Erni Maissen (6. Mai 2015) und Eigil Nielsen (16. Juli 2015) porträtiert.

Als eleganten, kampfstarken Spieler haben die Anhänger des FC Basel 1893, die in den für die Rotblauen tristen 80er- und frühen 90er-Jahren schon dabei waren, den Mittelfeldmann Maximilian Heidenreich in Erinnerung. Heute trainiert der spätere Bundesligaprofi, der auch in Basel einige Akzente gesetzt hatte, die erste Mannschaft des SV Weil in der Landesliga. Zu den Regionalderbys auf dem Sportplatz Nonnenholz strömen jeweils erfreulich viele Zuschauer.

 

Direkt beim Laguna-Bad von Weil am Rhein befindet sich der wunderschöne Sportplatz Nonnenholz. An diesem idyllisch gelegenen Ort trainieren und spielen die Fussballer des SV Weil. «Der SV Weil ist der erste Verein im Bezirk Hochrhein. Es ist ein Verein, der eigentlich ein, zwei Ligen höher sein müsste. Wir streiten mit Lörrach-Brombach um die Vorherrschaft in unserer Gegend.» Maximilian «Maxi» Heidenreich benutzt klare Worte, wenn es um den SV Weil geht. Er weiss ganz genau, dass er bei einem ambitionierten Verein als Trainer angestellt ist. Wenn es in der Meisterschaft um etwas geht, erscheinen jeweils zwischen 2000 und 3000 Besucher zu den Heimspielen. Die Weiler Mannschaft besteht aus jungen, vielversprechenden Leuten und aus erfahrenen Routiniers, die schon mehrere Jahre mit dabei sind. Vereinstreue wird in diesem Winkel von Deutschland noch gross geschrieben. Fürs Fussballspielen erhalten die Akteure eine Aufwandentschädigung und Siegprämien. Wobei das Geld auf dieser Stufe nicht der Anreiz sein soll, wie Heidenreich anmerkt.

 

Von der Bundesliga zum FC Basel 1893

 

Als Junger hat Maxi Heidenreich seine Karriere bei Hannover 96 begonnen und nebenher das Abitur gemacht. Schon als 17-Jähriger kam er bei den Profis zum Einsatz. Anschliessend wechselte er zum TSV 1860 München. Der Transfer zu diesem Traditionsverein erwies sich dann allerdings im Nachhinein als grosser Fehler, wie Maxi Heidenreich heute bekennt. Er hat nach diesem «Karriereknick» aber noch bei Eintracht Frankfurt und ein weiteres Mal bei Hannover 96 gespielt – ehe eben der FC Basel 1893 auf ihn aufmerksam wurde.

 

Auf die Saison 1990/91 wechselte Maxi Heidenreich ans Rheinknie, zum FC Basel in die Nationalliga B. Der FCB war damals ein schlafender Riese, wie man so schön sagt, und er verfügte auch für NLB-Verhältnisse über einen aussergewöhnlichen Etat. Aber mit den heutigen Verhältnissen lässt sich das natürlich nicht vergleichen. «Ich hatte ausgezeichnete Mitspieler beim FCB», erinnert sich der Deutsche. «Erni Maissen, Uwe Dittus, Patrick Rahmen und André Sitek waren alles gute Fussballer, wobei Sitek vielleicht um eine Spur zu wenig professionell agierte…»

 

Im Niemandsland der NLB

 

Der FC Basel wurde damals unter anderem von Ernst-August Künnecke, welcher seinerzeit noch mit Heidenreichs Onkel Gerd Elfert bei Arminia Hannover gespielt hatte, und vom Duo Karli Odermatt/Bruno Rahmen trainiert. In der Nationalliga B erlebten der Basler Stadtclub und seine Anhängerschaft gegen übermotivierte und zum Teil brutal einsteigende Gegner-Teams «hochgradig triste Zeiten» (Originalton Heidenreich). Auswärts erschienen zum Teil nur 800 bis 1000 Unentwegte zu den Spielen. Zuhause im grossen Betonkessel des alten Joggeli sah es kaum viel besser aus. Oftmals verloren sich lediglich 2000 oder 3000 Leute im weiten Rund. Es war zum Abwinken. Hinzu kam der schwierige Modus, mit der vieldiskutierten Auf-/Abstiegsrunde, bei welcher sich jeweils am Ende einer Saison die schlechtesten Mannschaften der NLA mit den besten Equipen der NLB um die beiden begehrten Plätze im Oberhaus balgten.

 

Am Einsatz und am guten Willen mangelte es sicher nicht. Es ist heute müssig zu erklären, weshalb der FCB in dieser obermühsamen Ausmarchung mehrmals hintereinander den Kürzeren gezogen hatte. «Hätte, wäre, wenn und aber», schmunzelt denn auch Heidenreich. Tatsache ist: Es hat nicht sollen sein damals. So musste man halt der harten Realität ins Auge blicken und sich mit biederer Hausmannskost begnügen. Internationale Partien gab es für die Männer in den rotblauen Leibchen nur im legendären Uhrencup in Grenchen, aber an die einzelnen Gegner kann sich unser Interviewgast nicht mehr erinnern.

 

Höhenflug beim SC Freiburg

 

Der FCB steckte in der genannten Epoche nun also scheinbar hoffnungslos in der NLB fest. Es ist angesichts dieser Sachlage verständlich, dass sich Maxi Heidenreich nach zwei Saisons in Basel nach einem neuen Club umschaute. Er fand im süddeutschen Zweitligisten Freiburg den Club nach Wunsch und stieg dort gleich im ersten Jahr in die Bundesliga auf. «Wir hatten eine tolle Mannschaft beisammen, unter anderem wirkten der Ex-FCBler Uwe Wassmer und der Schweizer Nationalspieler Alain Sutter mit.» Nach wunderbarem Saisonverlauf qualifizierte sich der SC Freiburg auch für den Uefa-Cup, aber die tschechische Equipe von Slavia Prag erwies sich dort dann letztendlich als zu stark.

 

Weitere Stationen ins Maxi Heidenreichs Fussballkarriere waren der VfL Wolfsburg und die SG Wattenscheid. Bei den Wattenscheidern kam der sympathische Zeitgenosse allerdings aufgrund von zwei schweren Verletzungen nicht mehr zum Einsatz und musste seine Fussballschuhe schliesslich an den berühmten Nagel hängen. Immerhin kann er heute wieder Fussball spielen. Er tut dies gemeinsam mit Thomas Schweizer, einem weiteren Ehemaligen des FC Basel, in der Traditionsmannschaft des SC Freiburg, welche pro Jahr noch drei bis vier Spiele gegen andere Altherrenteams austrägt.

 

Mit dem SV Weil Richtung Aufstieg

 

Als Übungsleiter des SV Weil hat Maxi Heidenreich auch heutzutage noch durchaus seine fussballerischen Ambitionen. Er will die Spiele in der Landesliga und vor allem die prestigeträchtigen Regionalderbys möglichst gewinnen und dereinst einmal den Aufstieg in die nächsthöhere Liga bewerkstelligen. Beruflich wirkte er jahrelang mit grossem Engagement in der Gastronomie, aber seine Frau hatte wegen der unregelmässigen Arbeitszeiten wenig Lust zum Weitermachen. So ist Maxi Heidenreich nun als Vermögensberater im Sachwert-Bereich tätig.

 

Den SV Weil führt er im Nebenamt, obwohl der Fussball eine sehr zeitintensive Geschichte ist. Den Weg seiner ehemaligen Vereine in der Bundesliga und natürlich auch denjenigen des FC Basel verfolgt Familienvater Heidenreich – die Tochter ist 18, der Sohn ist 15 und spielt ebenfalls in Weil Fussball – nach wie vor via Medien. Über die spektakulären Erfolge des FC Basel auf nationaler und internationaler Ebene in den letzten Jahren äussert sich Maxi Heidenreich voller Respekt. «Der Verein hat eine tolle Entwicklung genommen», kommentiert er.

 

Steckbrief:

 

Name: Heidenreich

 

Vorname: Maximilian

 

Geburtstag: 9. Mai 1967

 

Vereine als Spieler:

 

Bis 1982: Arminia Hannover (Junioren)

 

1982/83-1983/84: Hannover 96 (Junioren)

 

1984/85-1986/87: Hannover 96

 

1987/88: TSV München 1860

 

1988/89: Eintracht Frankfurt

 

1989/90: Hannover 96

 

1990/91-1991/92: FC Basel 1893

 

1992/93-1996/97: SC Freiburg

 

1997/98: VfL Wolfsburg

 

1998/99: SG Wattenscheid 09

 

Gesamthaft rund 30 Tore.

 

Drei Spiele für die U21 Deutschlands.

 

Heute Trainer beim SV Weil in der Landesliga.

 

(Fotos:Hans-Jürgen Siegert)

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