Unvergessliche Momente mit dem „Supermac“

Portrait
Donnerstag, 10.11.2016 // 17:55 Uhr

Das Porträt über Markus Tanner stellt die Fortsetzung einer Serie über ehemalige Spieler des FC Basel 1893 dar, die hier auf www.fcb.ch publiziert wird. Bisher wurden Pascal Zuberbühler (28. August 2014), Roland Paolucci (3. Oktober 2014), Christian Giménez (29. Dezember 2014), Martin Andermatt (12. Februar 2015), Nestor Subiat (18. März 2015), Erni Maissen (6. Mai 2015), Eigil Nielsen (16. Juli 2015), Maximilian Heidenreich (4. September 2015), André Sitek (13. November 2015), Papa Malick Ba (13. Januar 2016), Bruno Sutter (26. April 2016), Argemiro Veiga (24. Juni 2016) und Carlo Porlezza (6. September 2016) porträtiert.

Wallende dunkle Lockenhaare, offenes Jeanshemd, überlegenes Auftreten – so haben die Basler Fussballanhänger Markus Tanner in Erinnerung. Tanner, der von allen Mac genannt wurde, verfügte auf dem Spielfeld über eine Leichtigkeit, einen Spielwitz und eine Übersicht, die ihn zum FCB-Strategen machte. Mit öffnenden Pässen in die Tiefe, aber auch mit Zuspielen nach links und rechts lancierte er seine Mitspieler und eröffnete ihnen beste Torchancen. Er selbst war seit seiner Juniorenzeit als Spezialist für gefährliche Weitschüsse bekannt. In den siebziger Jahren, als die Regentschaft von Karli Odermatt in Basel auf ihrem Höhepunkt war, stiess Markus Tanner zum FC Basel. Gemeinsam mit Arthur von Wartburg gehörte er zu den aufstrebenden Newcomern, die dazu auserkoren waren, dereinst einmal in die Fussstapfen von Karli zu treten.

 


Markus Tanner: Wuchtige Weitschüsse waren seine Spezialität.

 

Nach vielversprechenden Einsätzen in der Nationalliga A durfte Markus Tanner auch im Cupfinal 1975 gegen den FC Winterthur mitwirken. Er wurde damals für den Dänen Eigil Nielsen (den auf an dieser Stelle ebenfalls porträtiert wurde) eingewechselt. Die Winterthurer verfügten damals über eine spielstarke Equipe mit zahlreichen ehemaligen FCZ-Akteuren. Nach einem dramatischen Kampf gelang es den Rotblauen, diesen Final zu gewinnen – 2:1 nach Verlängerung lautete das Resultat. Die Basler Tore erzielten Otto Demarmels und Walter Balmer. Natürlich war die Freude riesig in den rotblauen Publikumssektoren. Sie feierten ihre Helden Odermatt, Hitzfeld, Balmer und Demarmels bis in die frühen Morgenstunden hinein. Für Markus Tanner war dies der erste Becher, den er in seiner Karriere stemmen durfte.

 

Neuaufbau mit Mac und Duri

 

Nach diesem Erfolg verliessen einige bekannte Akteure das Basler Team – allen voran Karli Odermatt, der zu YB wechselte. Unter Erfolgstrainer Helmut Benthaus wagte der FCB einen Neuanfang. Tanner und von Wartburg bekamen im Mittelfeld wichtige Spielzeit. Der FCB zählte in dieser Epoche nur zum erweiterten Kreis der Meisteranwärter. Teams wie Servette, Zürich und GC waren favorisiert. Vor allem Servette mit Trainer Jürgen Sundermann investierte mächtig viel Geld – die Equipe mit Martin Chivers, Joko Pfister, Didi Andrey und Umberto Barberis wurde vor der Saison 1976/77 als Meisterfavorit Nummer 1 gehandelt. Doch in dieser Saison erwies sich der FCB, der nur über eine Handvoll Profifussballer (darunter Markus Tanner) verfügte, als zäher Gegner. Im alten Stadion St. Jakob vermochte man die meisten Favoriten zu schlagen und in der Finalrunde schaffte man bis zum letzten Spieltag eine Punktgleichheit mit den Servettiens.

 

So mussten dann die Basler und die „Millionarios“ vom Genfersee, wie sie damals genannt wurden, im Berner Wankdorfstadion zu einem Entscheidungsspiel antreten. Dieser Match vor weit über 50'000 Zuschauern (davon die grosse Mehrheit Basler) begann für die Rotblauen eher schwierig, erzielte doch Kudi Müller das 1:0 für die Genfer. Doch Basels Libero und Teamkapitän Walter Mundschin  gelang per Kopfball der Ausgleich. Das berühmte Momentum lag von da an auf Seiten der Basler. Eigil Nielsen, Markus Tanner und Duri von Wartburg waren schliesslich am entscheidenden 2:1 für den FCB beteiligt. Tanner freut sich noch heute über die Szene, wie er den Ball anstatt zu schiessen blitzartig an von Wartburg weiterleitete, der mit dem Ball am Fuss in den Strafraum eindrang und von dort aus Torhüter Karl Engel (den späteren FCB-Trainer) düpieren konnte. 

 

Europacup auf kleinem Feuer

 

Bereits in diesen Zeiten hatte der FCB im europäischen Fussball da und dort für Furore sorgen können. Im Cup der Cupsieger gegen Atletico Madrid und im UEFA-Cup gegen Athletic Bilbao beispielsweise spielte man zuhause jeweils immerhin 1:1 unentschieden, verlor dann allerdings die Rückspiele in Spanien. Einem klaren Heimsieg und einer knappen Auswärtsniederlage gegen das nordirische Team von Glentoran Belfast im UEFA-Cup standen dann allerdings zwei Heimpleiten gegenüber – im Cup der Meister gegen Swarowski Wacker Innsbruck (mit Bruno Pezzey) und im UEFA-Cup gegen den VfB Stuttgart (mit Hansi Müller, Karl-Heinz Förster und Dieter Hoeness). Besonders knapp war die Ausmarchung mit Innsbruck, weil man dort auswärts gesiegt hatte. Das Gesamtskore lautete 3:2 für die Österreicher. Eins gilt es bei all dem zu bedenken: Der FCB verfügte damals längst nicht über so viele gleichwertige Kaderspieler wie heute.

 


Feine Ballbehandlung, grosse Übersicht: Markus Tanner.

 

Im Cup der Meister gegen den FC Brügge schauten dafür zwei unerwartete Erfolge heraus. Markus Tanner führte sowohl beim 1:0-Erfolg auswärts als auch beim 4:1 zuhause Regie. Speziell wertvoll werden diese beiden Erfolge, wenn man bedenkt, dass die Belgier damals über eine Klassemannschaft mit Jan Ceulemans, René Vandereycken, Walter Meeuws und Konsorten verfügten. Beinahe hätte es in der darauffolgenden Runde für eine weitere Qualifikation gereicht. Roter Stern Belgrad hiess der Gegner, und den Baslern gelang es im Joggeli vor grosser, lärmiger Kulisse, ein 1:0 zu sichern. Detlev Lauschers herrliches Freistosstor ist allen, die dabei waren, immer noch in bester Erinnerung. Die anderen können diesen Treffer auf der FCB-Videocassette „Loos wie d’Füürweer“ begutachten. In Belgrad allerdings verlor man dann mit 0:2. Der europäische Traum war zumindest für diese Saison ausgeträumt. Heute verfolgt Markus Tanner die grossen FCB-Partien entweder im Stadion oder zuhause vor dem Fernseher. „Die klassischen Mittelfeldstrategen und Ballverteiler von früher sieht man heute weniger“, urteilt er fachmännisch. „Heute sind es eher die Abwehrspieler oder die sogenannten Sechser, die die Bälle nach vorne bringen.“

 

Auf und ab in der Meisterschaft

 

Auch in den achtziger Jahren stand der FCB mehrmals ganz oben oder fast zuoberst. Als der FCB 1980 nochmals Meister wurde, stand Markus Tanner zwar im Kader, jedoch musste er aufgrund einer Gelbsucht auf den letzten entscheidenden Match im Zürcher Letzigrund verzichten. Basel gewann dank wunderbaren Goals von Erni Maissen, Peter Marti und Detlev Lauscher sowie einem Zürcher Eigentor mit 4:2.

 

Markus Tanner hat nach Abschluss seiner Fussballkarriere in der Leuchtenstadt Luzern eine neue Heimat gefunden.

Ein Jahr später traf man ebenfalls im allerletzten Spiel der Saison im alten Hardturm auf die Grasshoppers. Markus Tanner erzielte an diesem Abend zwei brillante Weitschusstore zum zwischenzeitlichen 2:1 für den FCB. Die Bebbi-Fans tobten – durchs Hardturm-Stadion ertönten mächtig die „Supermac, Supermac“-Rufe des Basler Anhangs. Doch leider lautete das Resultat am Schluss 4:2 für die „Sauterelles“.

 

Grosse Pläne

 

Heute wohnt Markus Tanner mit seiner Frau Margrith und dem Yorkshire Terrier Ricci in Horw. Nachdem er anfänglich in der Versicherungsbranche tätig gewesen war, wirkt er nun seit fünf Jahren als Disponent und Aushilfschauffeur beim Luzerner Rollstuhltaxi LUtixi. Sehbehinderte und Gehbehinderte von Luzern und Umgebung können diesen Dienst für Transporte in Anspruch nehmen. In zweieinhalb Jahren erreicht der in Horw ansässige Basler das Pensionsalter. Gemeinsam mit seiner Frau Margrith beabsichtigt er nach Spanien auszuwandern. In der Gegend zwischen Malaga und Marbella wollen sie sich niederlassen. Dort hoffen sie auf gehaltvolle Kultur im Picasso-Museum, gutes Essen, spannende Fussballspiele des FC Malaga und natürlich auf sonnig warmes Klima. Doch den Kontakt mit der Schweiz werden sie aufrechterhalten. „Wir werden jedes Jahr zwei- oder dreimal auf Besuch kommen“, lächelt Markus Tanner.

 

 

Steckbrief

 

Name: Tanner

 

Vorname: Markus

 

Geburtstag: 15. Januar 1954

 

Position: Mittelfeldspieler

 

Vereine:

 

FC Basel 1974-1981

 

FC Luzern 1981-1986

 

FC Zürich 1986-1987 (anderthalb Saisons)

 

SC Kriens 1987-1988 (eine halbe Saison)

 

Erfolge:

 

Schweizer Meister 1976/77 und 1979/80 mit dem FC Basel

 

Cupsieger 1975 mit dem FC Basel

 

270 Spiele, 48 Tore für den FCB

 

17 Europacupspiele, vier Tore für den FCB

 

Nationalmannschaft 1978-1981, zehn Spiele, ein Tor

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