„Jedes Spiel, das fehlt, ist eine Erfahrung weniger“

Samuel
Freitag, 22.01.2021 // 10:11 Uhr

Der FC Solothurn ist Partnerverein des FC Basel 1893 und arbeitet unter anderem im Nachwuchsbereich eng mit Rotblau zusammen. Präsident des FCS ist seit 2014 Samuel Scheidegger, seit der letzten Generalversammlung übt er dieses Amt zusammen mit Marc Kalousek aus. Im Interview spricht Scheidegger über die Auswirkungen der Pandemie auf den FC Solothurn in sportlicher wie finanzieller Sicht.

Herr Scheidegger, Corona hat Auswirkungen auf alle Branchen und natürlich auch auf den Sport. Nun werden meist die grossen Clubs der Raiffeisen Super League medial begleitet – wie geht es Ihnen als Verein im Breitensport?

Samuel Scheidegger: Finanziell geht es dem Club soweit gut, wir leiden aber natürlich auch darunter, dass wir zurzeit nicht Fussball spielen dürfen. Im Vergleich zu den Teams in der Super League fallen die Zuschauereinnahmen nicht so stark ins Gewicht, weil sie nicht unsere primäre Einnahmequelle sind.

 

Welche Massnahmen haben den FC Solothurn am schwersten getroffen?

In der ersten Liga sind wir sehr stark von den Einschränkungen im Trainingsbetrieb betroffen, da die Liga nicht dem Profi-Betrieb angesiedelt ist, auch wenn einige Vereine ähnliche oder gar dieselben Strukturen wie Profiteams haben. Dies verunmöglicht wie erwähnt zum Beispiel einen normalen Trainingsbetrieb bei der ersten Mannschaft. Gleichzeitig dürfen U21-Mannschaften bereits starten, welche dann aber in der Meisterschaft auch gegen klassische Mannschaften aus der ersten Liga antreten. Dies sorgt sicher für stark unterschiedliche Ausgangslagen bei einer möglichen Wiederaufnahme der Meisterschaft.

 

Es sollte uns aber auch vor Augen führen, dass dieser Alltag halt doch nicht immer als gegeben angeschaut werden darf.

Samuel Scheidegger

 

Mussten Sie auch ein Schutzkonzept für ihre Teams erstellen? Falls ja, hatten Sie hier Hilfe, standen Sie mit anderen Clubs oder dem SFV in Kontakt?

Unser technischer Leiter ist als Corona-Verantwortlicher dafür zuständig, er hat sehr früh reagiert und alles geregelt. Leitlinie waren sowohl das BAG, der Kanton, der SFV wie auch der Kantonalverband. Wir gingen aber bereits früh weiter in Bezug auf Vorgaben und haben zum Beispiel das Gelände für Personen ausserhalb des Vereins praktisch von Beginn weg geschlossen oder auf ein absolutes Minimum reduziert.

 

Anfang Oktober wurden alle Ligen unterhalb der Challenge League wegen Covid-19 erneut unterbrochen. Verstehen Sie diesen Entscheid?

Der Entscheid ist, wenn natürlich auch mit dem Fussballerherz zu bedauern, sicher nachvollziehbar. Die Bekämpfung der Pandemie muss zum aktuellen Zeitpunkt die höchste Priorität haben. Leider geht damit einher, dass wir in unserem gewohnten Alltag eingeschränkt werden. Es sollte uns aber auch vor Augen führen, dass dieser Alltag halt doch nicht immer als gegeben angeschaut werden darf.

 

Was bedeutet dieser Unterbruch für Ihren Club finanziell?

Finanziell haben wir auch unsere Angestellten frühzeitig in Kurzarbeit schicken müssen. Dies wurde aber von allen ohne Wenn und Aber akzeptiert.

 

Wie reagier(t)en Sponsoren und Partner auf den Entscheid?

Unsere Sponsoren sind teilweise auch sehr stark von den Entscheiden betroffen. Glücklicherweise haben sich aber alle grösseren Sponsoren auch für die Zukunft zu unserem Verein bekennt. Ausfälle haben wir eher in den kleineren und mittleren Sponsoring-Gefässen, welche aber über die reine Menge für uns auch sehr relevant sind.

 

Ich denke aber, wir machen alle das Beste aus der Situation.

Samuel Scheidegger

 

Wie nahmen die Spieler diesen Entscheid auf? Ist im Moment für gewisse Teams ein Trainingsbetrieb noch möglich?

Wir halten uns hier an die Vorgaben des BAG und Empfehlungen des SFV. Im Leistungsfussball trainieren wir dementsprechend, in der ersten Mannschaft aber aktuell nur in kleineren Gruppen zu drei Personen. Für unser junges Team sind aber gerade auch Ernstkämpfe wichtig, denn jedes Spiel, das fehlt, ist eine Erfahrung weniger für die jungen Spieler und das behindert diese natürlich in ihrer Entwicklung.

 

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Partnerclub FCB im Nachwuchsbereich zurzeit?

Eine Bewertung ist in dieser Situation eher schwierig, da wir teilweise gar kantonal andere Vorgaben haben und somit in einigen Phasen der Pandemie nicht identisch trainieren konnten. So war beispielsweise während des ersten Lockdowns unsere Anlage sehr früh durch die Stadt gesperrt und wurde auch erst später wieder geöffnet. Ich denke aber, wir machen alle das Beste aus der Situation.

 

Wie schauen Sie in die mittelfristige Zukunft voraus? Wie überlebt ein Verein wie der FC Solothurn eine solche Situation?

Als Verein sind wir solide aufgestellt und können auf die Unterstützung der Sponsoren, der Stadt und unserer Partner bauen. Auch sind wir weniger stark abhängig von Zuschauereinnahmen als dies ein Verein in der Super League ist. Aber ja, ohne die staatliche Unterstützung wäre das Überleben in einer solchen Situation auch für den FC Solothurn nicht einfach zu meistern. Alles in allem haben wir doch auch ein gutes System in der Schweiz, auch wenn es immer den einen oder anderen gibt, der etwas daran auszusetzen hat. Mittelfristig bin ich zuversichtlich dass wir bis Ende 2021 auch im Fussball zurück zu einer Normalität finden. Auch wenn diese wohl anders aussehen wird als vor der Pandemie.

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