Vom Talent zur AWSL: Der neue Weg der FCB-Frauen

Nachwuchs
Donnerstag, 12.03.2026 // 13:00 Uhr

In den vergangenen sechs Monaten hat sich im Unterbau der Frauenabteilung des FC Basel 1893 viel bewegt. Nach einer umfassenden Analyse des Status quo wurden erste strukturelle und inhaltliche Anpassungen umgesetzt. Dies mit einem klaren Ziel: eine einheitliche Identität von den jüngsten Nachwuchsstufen bis ins Team der AXA Women’s Super League (AWSL). Javier Fernández, der seit Juli 2025 als Leiter Methodik für die Nachwuchsabteilung der FCB-Frauen tätig ist, gibt Einblicke in die neuen Strukturen.

Im Gespräch mit Javier Fernández wird rasch klar, dass die Neuausrichtung auf einer klar definierten Spielphilosophie basiert, die von den Nachwuchsteams bis in die AWSL getragen werden soll. «Das Fanionteam soll das Aushängeschild sein, aber der Weg dahin ist genauso wichtig und muss sich stringent verhalten.» 

Die FCB-Frauen wollen auf allen Stufen auf einen dominanten, ballbesitzorientierten Fussball setzen. Neben technischer Qualität geht es vor allem um Spielverständnis und Kommunikation. «Wir müssen den Spielerinnen erklären, was sie tun müssen, wenn sie den Ball haben und wie sie sich zu verhalten haben, wenn sie ihn nicht haben.» Ziel ist es, Akteurinnen auszubilden, die das Spiel verstehen und aktiv gestalten. Langfristige Qualität steht dabei über kurzfristigem Erfolg. Der FCB setzt deshalb bewusst auf nachhaltige Entwicklung – technisch, taktisch, athletisch und mental.

Neue Strukturen und mehr Professionalität

Auch strukturell wurden wichtige Schritte gemacht. Mit Athletiktrainer Ferran Moliner hat der gesamte Nachwuchs eine im Vollzeitpensum angestellte athletische Betreuung erhalten. Die U18- und U20-Spielerinnen absolvieren zusätzlich zwei Krafteinheiten pro Woche. Ausserdem arbeitet die U20 neu mit GPS-Tracking, um Belastungen gezielt zu steuern und den Übergang in die AWSL vorzubereiten. «Wir wollen den Gap zwischen U20 und AWSL möglichst minimieren», so Fernández.

Individuelle Betreuung und gezieltes Athletiktraining sollen den Unterbau der Frauenabteilung beim FCB nachhaltig stärken.

Hinzu kommt die Nutzung der professionellen Infrastruktur des AWSL-Teams –inklusive Video-Meetingräumen in der Eishalle. Die Professionalisierung ist im Alltag angekommen und soll die Nachwuchsspielerinnen bereits möglichst früh auf die steigenden Anforderungen im Spitzenfussball vorbereiten. 

Coaches-Entwicklung als Schlüssel

Ein weiterer zentraler Baustein ist die gezielte Förderung der Trainer:innen. Regelmässig finden interne Austauschformate unter allen Coaches vom Nachwuchs bis hin zum Fanionteam statt. Javier Fernández will damit nicht nur den Austausch, sondern auch den gemeinsamen Weg intensivieren: «Wir müssen alle die gleiche Spielidee haben.» Trainings werden gegenseitig besucht, Inhalte reflektiert und individuelles Feedback gegeben. Der sogenannte «Coaches Coach»-Ansatz soll auch die Trainer:innen fördern und langfristig die Ausbildungsqualität sichern.

Individuelle Förderung mit Augenmass

Zudem wurde im Leistungsbereich (U16 bis U20) die individuelle Betreuung deutlich intensiviert. Im Talent Management Hub arbeiten der Leiter Methodik Javier Fernández, der Technische Leiter Mike Nitschke und Athletiktrainer Ferran Moliner eng mit ausgewählten Spielerinnen zusammen. Positionsspezifische Trainings, Videoanalysen sowie individuelle Athletik- und Gesundheitspläne gehören inzwischen zum Alltag. So absolvieren einzelne Talente zusätzliche Individualeinheiten neben dem Mannschaftstraining.

Mit professionellen Strukturen bereiten sich FCB-Talente früh auf den Sprung in die AWSL vor.

«Wir verlangen viel von den Spielerinnen, aber sie haben unsere Unterstützung und dürfen Fehler zu machen», meint Fernández. Trotz wachsender Professionalität bleibt die Devise klar: keine überhasteten Schritte. «Ein zu frühes Pushen in höhere Stufen macht für uns keinen Sinn.» Junge Spielerinnen sollen bereit sein, bevor sie den nächsten Schritt gehen. Versprechungen, die ihrer Entwicklung nicht dienen, will man bewusst vermeiden. Natürlich können dabei auch externe Verpflichtungen helfen, punktuell Lücken zu schliessen. Dies jedoch nur, wenn sie das Niveau anheben und den eigenen Talenten keine Perspektive nehmen. 

Ganzheitliche Betreuung von Talenten 

Wie engmaschig die Betreuung inzwischen ist, zeigt sich auch bei verletzten Spielerinnen. So wird Nachwuchstalent Mia Bennewitz nach ihrem Wadenbeinbruch und dem Riss des Syndesmosebands Anfang Jahr in enger Abstimmung mit den Clubärzten betreut. Behandlungen erfolgen prioritär über die vereinseigenen Partner, Physiotherapeut:innen begleiten die Rehabilitation regelmässig, Athletik und medizinischer Staff arbeiten abgestimmt mit der AWSL-Equipe zusammen. Auch mental und im Studium wird sie unterstützt. Ziel ist eine nachhaltige Reintegration nach der Verletzung, sportlich wie persönlich. 

Denn für Fernández ist klar, dass langfristig eine klare Vision verfolgt werden muss: «Wir wollen im Frauenbereich das Gleiche erreichen wie bei den Männern, dass Spielerinnen aus der Region und darüber hinaus unbedingt zum FCB kommen wollen und dass sie hier die besten Perspektiven sehen.»

Javier Fernández ist Leiter Methodik der FCB-Frauenfussballabteilung – zusammen mit Mike Nitschke trainiert er zudem die U20 der Frauen.

Ihr Browser ist veraltet.
Er wird nicht mehr aktualisiert.
Bitte laden Sie einen dieser aktuellen und kostenlosen Browser herunter.
Chrome Mozilla Firefox Microsoft Edge
Chrome Firefox Edge
Google Chrome
Mozilla Firefox
MS Edge
Warum benötige ich einen aktuellen Browser?
Sicherheit
Neuere Browser schützen besser vor Viren, Betrug, Datendiebstahl und anderen Bedrohungen Ihrer Privatsphäre und Sicherheit. Aktuelle Browser schließen Sicherheitslücken, durch die Angreifer in Ihren Computer gelangen können.
Neue Technologien
Die auf modernen Webseiten eingesetzten Techniken werden durch aktuelle Browser besser unterstützt. So erhöht sich die Funktionalität, und die Darstellung wird verbessert. Mit neuen Funktionen und Erweiterungen werden Sie schneller und einfacher im Internet surfen können.