Früherer FCB-Präsident René Theler gestorben

Präsident
Mittwoch, 13.07.2022 // 15:38 Uhr

Bis zum heutigen Tag zählt der FC Basel 36 Präsidenten, die ihn seit seinen Anfängen im Jahr 1893 durch Höhen und Tiefen führten. Unter ihnen gab es solche, die schnell wieder vergessen gingen, aber auch jene, die den Verein nachhaltig prägten und ihren Teil dazu beitrugen, dass er heute europaweit bekannt ist. René Theler zählt mit Sicherheit zur zweiten Kategorie. Er übernahm das Präsidentenamt 1976 von Felix Musfeld, der die Geschicke von Rotblau zuvor sechs Jahre lang geleitet hatte. Nun ist er 86-jährig gestorben.

René Theler, als Generaldirektor der Versicherungsgesellschaft «Nationale Suisse» mit Hauptsitz in Basel eine gewiefte Wirtschaftsgrösse, brachte seine Führungsqualitäten sogleich auch beim FCB ein und strukturierte ihn neu: Aus Amateuren wurden Profis, die nicht mehr wie früher nach Feierabend ins Training hetzen mussten. Um die durch den Profibetrieb gestiegenen Kosten auszugleichen, gründete Theler eine Donatorenvereinigung, er richtete im alten Joggeli-Stadion eine Lounge ein und ging «bei allen Wirtschaftsführern von Basel auf Betteltour», wie er später in einem BaZ-Interview erklärte.

René Theler musste jedoch nicht nur anpacken, sondern durfte auch schöne Erfolge feiern: Gleich in seinem ersten Amtsjahr auf dem Präsidentenstuhl wurde die Mannschaft von Trainer Helmut Benthaus Schweizer Meister – dank des 2:1 im Entscheidungsspiel gegen Servette Genf am 28. Juni 1977 im Berner Wankdorfstadion vor 50'000 Zuschauern; die Tore zum eher überraschenden Titelgewinn – dem ersten in der Nach-Karli-Odermatt-Ära – erzielten Walter Mundschin und Arthur von Wartburg.

In den darauffolgenden Saisons erreichte das Team stets die Finalrunde, bei der die in der Qualifikation gesammelten Punkte wieder um die Hälfte gestutzt wurden. 1980 spielte sich der FCB erneut auf Platz 1 und zum Meistertitel. Es war der krönende Abschluss von Thelers Amtszeit: Er reichte das Zepter an Pierre-Jacques Lieblich weiter, dem in der Folge weniger Glück beschieden war. An der letzten Generalversammlung unter seiner Ägide, bei der er von einem Überschuss von 7000 Franken berichten durfte, haute René Theler nochmals so richtig auf die Pauke. In einer denkwürdigen Rede beklagte er sich bitterlich über das Nationalliga-Komitee des Schweizerischen Fussballverbandes, das er als «schwach und so inkompetent wie noch nie» bezeichnete. Vor allem die Abschaffung der Finalrunde und die Rückkehr zu einer Liga mit 16 Mannschaft ärgerten ihn gewaltig.

2010 zog er sich schliesslich auch bei der «Nationale Suisse», wo er inzwischen VR-Präsident war, zurück. Seinen stetigen Wohnsitz verlegte der Kunstsammler nach St. Moritz. Am 7. Juli 2022 ist René Theler im Alter von 86 Jahren «nach einem erfüllten und bis zuletzt selbstbestimmten Leben», wie es in der Todesanzeige heisst, im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen.

Der FC Basel 1893 wird ihn gebührend in Erinnerung behalten und spricht den Hinterbliebenen sein tiefstes Beileid aus.

Text: Andreas W. Schmid
Foto: keystone

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